Im Mittelpunkt des Treffens standen Fachvorträge, Workshops und eine Werksbesichtigung. Thematisch konzentrierte sich die Veranstaltung auf die Weiterentwicklung von Runderneuerung sowie mechanischem und chemischem Recycling von Altreifen. Ziel war es, Verfahren und Projekte zur Optimierung der stofflichen Verwertung und zur Stärkung geschlossener Stoffkreisläufe voranzubringen.
Das Fachprogramm eröffnete Prof. Holger Hoppe von der Technischen Hochschule Ingolstadt mit einem Beitrag zur Zukunft der Kreislaufwirtschaft. Er beleuchtete regulatorische Rahmenbedingungen, neue Geschäftsmodelle und die Rolle interdisziplinärer Kooperationen bei der Transformation industrieller Wertschöpfungssysteme. Im anschließenden Netzwerkblock wurden zentrale Aktivitäten des vergangenen Jahres vorgestellt. Dazu zählten politische Dialogformate auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene, wissenschaftliche Kooperationen sowie Messeauftritte. Diskutiert wurden zudem aktuelle Herausforderungen wie rückläufige Altreifenmengen im Markt, steigende Berichtspflichten und wirtschaftliche Belastungen für Recyclingunternehmen.
Einen Schwerpunkt bildeten die Berichte der drei Projektgruppen zu Runderneuerung, mechanischem Recycling und chemischem Recycling. Im Bereich der Runderneuerung stehen politische Initiativen auf Landesebene sowie die Präsenz auf Fachmessen im Vordergrund. Das mechanische Recycling richtet den Fokus auf kommunale Ausschreibungen und branchenspezifische Kongresse. Im chemischen Recycling wird an der Umsetzung von Masterbatch-Anwendungen gearbeitet. Zudem wird die fachliche Abgrenzung von Pyrolyseverfahren gegenüber der energetischen Verwertung thematisiert.
Im Rahmen der Werksbesichtigung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Prozesskette des Altreifenrecyclings bei KIAS Recycling GmbH. Vorgestellt wurden Annahme, Zerkleinerung, Separation und Aufbereitung zu Sekundärrohstoffen wie Gummigranulat, Stahl und textilen Fraktionen. Die Besichtigung verdeutlichte die Bedeutung zertifizierter Entsorgungs- und Recyclingstrukturen für eine funktionsfähige Reifen-Kreislaufwirtschaft.
In moderierten Workshops wurden regulatorische Chancen und Hemmnisse analysiert. Diskutiert wurden unter anderem der Digitale Produktpass, europäische Verordnungen zu Altfahrzeugen und zur Abfallverbringung sowie Anforderungen aus Berichtspflichten und Bürokratie. Zudem wurden Ansätze zur Verbesserung der Altreifenerfassung und zur Weiterentwicklung von Qualitätsstandards erörtert. Die Ergebnisse zeigen einen hohen Handlungswillen der Branche bei gleichzeitiger Forderung nach verlässlichen und praktikablen regulatorischen Rahmenbedingungen.
Im Rahmen des Treffens wurden auch vier neue Partner in das Netzwerk aufgenommen. Die Matteco GmbH entwickelt Materialien und Produkte auf Basis von Recyclingrohstoffen für Bau- und Industrieanwendungen. Granuband B.V. verarbeitet Altreifen zu Gummigranulaten und -pulvern für internationale Märkte. Die GATA Prolysis GmbH ist im Bereich chemisches Recycling tätig und gewinnt mittels Pyrolyse Sekundärrohstoffe wie Pyrolyseöl, Rezyklat-Ruß und Stahl zurück. InnoZent OWL e.V. vernetzt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups zur Förderung von Innovations- und Technologietransferprozessen.







