Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe realisieren das Projekt auf Basis eines Anlagenkonzepts, das in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Rytec entwickelt wurde. Rytec verfügt über fachliche Erfahrung in der Biogaserzeugung, der biologischen und thermischen Abfallbehandlung sowie in der Energie-, Abfall- und Deponietechnik und war für die planerische Auslegung der Gesamtanlage verantwortlich.
Zum Einsatz kommt ein speziell für Deponiegas konzipiertes Aufbereitungsverfahren von ETW Energietechnik mit nachgeschalteter Stickstoffreduzierung. Dieses Verfahren ermöglicht die Aufbereitung von Deponiegas mit Stickstoffgehalten von über 22 Prozent zu einspeisefähigem Biomethan. Grundlage für die Auslegung sind Betriebserfahrungen aus bereits realisierten Anlagen, unter anderem aus einer Referenzanlage in Italien.
Deponiegas stellt besondere Anforderungen an die Gasaufbereitung. Es weist erhöhte Konzentrationen an Spurstoffen wie flüchtigen organischen Verbindungen und Siloxanen auf. Gleichzeitig unterliegt sowohl die Gaszusammensetzung als auch die Gasmenge langfristigen Schwankungen. Mit zunehmender Standzeit einer Deponie sinkt der Methananteil, während Sauerstoff- und Stickstoffanteile zunehmen. Parallel dazu geht das Gasaufkommen kontinuierlich zurück.
Die Biomethananlage ist daher für einen breiten Betriebsbereich ausgelegt. Die Methankonzentration des Rohgases liegt zwischen 35 und 60 Prozent, während Stickstoff- und Sauerstoffgehalte bis zu 23 Prozent erreichen können. Die Anlage ist für einen Teillastbetrieb zwischen 40 und 100 Prozent der Nennkapazität konzipiert, um auf wechselnde Betriebsbedingungen reagieren zu können.
Zur Reduzierung des externen Strombezugs wird die Anlage durch ein Blockheizkraftwerk ergänzt, das den Eigenstrombedarf deckt. Das Blockheizkraftwerk wird unter anderem mit dem Off-Gas der Gasaufbereitung betrieben. Durch diese Integration wird eine Methanausbeute von über 95 Prozent für die Gesamtanlage erreicht.







