Phosphor ist ein essenzieller Rohstoff für die Düngemittelproduktion sowie für Anwendungen in der Chemieindustrie und in Energiespeichern. Gleichzeitig gelten die globalen Lagerstätten als begrenzt, während der Bedarf steigt. In Deutschland ist ein erheblicher Anteil des Phosphors in kommunalen Klärschlämmen gebunden. Aufgrund enthaltenen Schadstoffe werden diese heute nahezu vollständig thermisch behandelt. Ohne geeignete Rückgewinnungsverfahren geht der enthaltene Phosphor dabei verloren. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Aufbau regionaler Recyclingkapazitäten an Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die Vorgaben der Klärschlammverordnung.
Die Mannheimer Anlage nutzt bis zu 1.000 Grad Celsius heißes Rauchgas aus den Abfallkesseln der thermischen Abfallbehandlung zur Beheizung von Drehrohröfen. In einem geschlossenen Prozess werden die entstehenden Verbrennungsgase zurückgeführt und Schadstoffe abgeschieden. Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor wird dabei zurückgewonnen und einer weiteren stofflichen Nutzung zugeführt.
Die genehmigte Verarbeitungskapazität beträgt bis zu 180.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr, ausgelegt ist der Betrieb zunächst auf bis zu 135.000 Tonnen jährlich. Nach Unternehmensangaben können bis zu 90 Prozent des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors zurückgewonnen werden. Die bei der thermischen Behandlung entstehende Energie wird zur Stromerzeugung und zur Fernwärmeversorgung in der Region genutzt.







