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Modellschulen für Hygiene und Kreislaufwirtschaft

Modellschulen sollen die Hygienestandards an Bildungseinrichtungen in Äthiopien und Ghana verbessern. Unzureichende Sanitär- und Hygienebedingungen beeinträchtigen dort die Gesundheit und Lernbedingungen von Schüler*innen und wirken sich langfristig auf Bildungsbiografien und gesellschaftliche Entwicklung aus.
Modellschulen für Hygiene und Kreislaufwirtschaft
Projektleiterin Claudia Probst, Leiterin des Welser Studiengangs Agrartechnologie und -management am FH OÖ Campus Wels 82. Von links), besucht gemeinsam mit Kolleg*innen der Debre-Markos-Universität in Äthiopien und der University of Developement Studies (UDS) in Ghana das ABZ Salzkammergut. Gemeinsam wird am Projekt SAFE gearbeitet, welches das hygienische Umfeld für Schüler*innen am afrikanischen Kontinent verbessern soll. Copyright: FH OÖ
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Der Zugang zu funktionierenden Toiletten, Möglichkeiten zum Händewaschen und zu Menstruationshygiene ist vielerorts nicht gewährleistet.

Am Campus Wels der FH Oberösterreich wird gemeinsam mit je einer Partneruniversität in Äthiopien und Ghana an der Konzeption von Modellschulen gearbeitet. Ziel ist ein System, das ohne dauerhafte externe Finanzierung auskommt und auf Prinzipien der Kreislaufwirtschaft basiert. Die Schulen sollen ihre hygienische Infrastruktur eigenständig betreiben und instand halten können.

Im Mittelpunkt stehen wasserlose, geruchsfreie Komposttoiletten. Die anfallenden Fäkalien werden vor Ort hygienisiert und zu Kompost verarbeitet. Dieser dient anschließend der Bewirtschaftung schuleigener landwirtschaftlicher Flächen. Die Nutzung lokaler Stoffströme reduziert den Ressourcenbedarf und vermeidet Abhängigkeiten von externer Entsorgung oder Wasserversorgung.

Die Schulfarmen übernehmen mehrere Funktionen. Sie liefern frische Lebensmittel für den Schulbetrieb und generieren Einnahmen, mit denen unter anderem Hygieneartikel für Mädchen sowie Wartungsarbeiten an den Sanitäranlagen finanziert werden. Die landwirtschaftliche Gestaltung folgt dem Agroforstprinzip, bei dem Bäume, Sträucher und Nutzpflanzen kombiniert werden. Dadurch entstehen stabile Anbausysteme, die ganzjährig Erträge liefern und gleichzeitig Bodenfruchtbarkeit, Mikroklima und biologische Vielfalt unterstützen. Ergänzend ist ein Recyclingsystem vorgesehen, das organische Abfälle sowie Glas und Kunststoffe getrennt erfasst und verwertet.

Das Projekt SAFE – Integrated Hygiene and Sanitation Strategies for Enhanced Elementary School Environments in Ethiopia & Ghana – wird gemeinsam mit der Debre Markos University und der University of Development Studies umgesetzt. Der Ansatz verbindet Sanitärversorgung, Nährstoffrecycling, landwirtschaftliche Nutzung und Einkommensgenerierung zu einem integrierten Schulkonzept.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Menstruationshygiene. In vielen Regionen führen fehlende Sanitäranlagen und Hygieneprodukte dazu, dass Mädchen während ihrer Periode dem Unterricht fernbleiben oder die Schule ganz abbrechen. Das Projekt berücksichtigt diesen Zusammenhang, indem es den kontinuierlichen Zugang zu geeigneten Toiletten und Menstruationsartikeln in die Planung integriert und über die Erlöse der Schulfarmen absichert.

Zum Projektstart fanden am Campus Wels mehrere Arbeitstreffen mit den afrikanischen Partneruniversitäten statt. Ergänzend wurden Exkursionen und Workshops durchgeführt, unter anderem zu Trinkwasseranalysen, mikrobiologischer Wasserqualität, Kunststoffrecycling und agroforstlichen Systemen. Diese fachlichen Inputs fließen in die weitere Ausarbeitung der Modellschulen ein.

Quelle: FH OÖ
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