Branchenstandard für Recycling von Windenergieanlagen

Das Deutsche Institut für Normung hat die DIN SPEC 4866 veröffentlicht, die als Branchenstandard für den Rückbau und das Recycling von Windenergieanlagen gelten soll. 
Mit einer mobilen Rotorblattsäge ist Veolia in der Lage, die Rotorblätter vor Ort im Windpark zu zerlegen. Dieses patentierte Verfahren ermöglicht eine ganzheitliche Entsorgung: von der Zerkleinerung der Blätter am Anfallort bis hin zur Verwertung. Bild: Veolia
Mit einer mobilen Rotorblattsäge ist Veolia in der Lage, die Rotorblätter vor Ort im Windpark zu zerlegen. Dieses patentierte Verfahren ermöglicht eine ganzheitliche Entsorgung: von der Zerkleinerung der Blätter am Anfallort bis hin zur Verwertung. Bild: Veolia

Auf die deutsche Windenergiebranche kommt ab 2021 eine Rückbauwelle zu. Von den aktuell 30.000 Windenergieanlagen wird jede zweite in den kommenden zehn Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Zum Jahreswechsel 2020/2021 endet für etwa 5.200 Windenergieanlagen die 20-jährige Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), weitere 8.000 Windenergieanlagen folgen bis Ende 2025. Ein Teil dieser Windenergieanlagen wird vorzeitig im Rahmen eines Repowering ersetzt, andere werden über die Förderperiode hinaus weiterbetrieben.

„Nachhaltiger Rückbau, Demontage, Recycling und Verwertung von Windenergieanlagen“ lautet der Titel der DIN SPEC 4866. Es legt Rahmenbedingungen für den gesamten Rückbau-Prozess fest – von der Planung über die Durchführung bis zur Dokumentation und bietet u.a. den Betreibern eine erste Hilfestellung an.

Die DIN SPEC 4866 gibt Empfehlungen, wie die Baustelle gesichert werden muss und welche Qualifikationen die Arbeiter benötigen, die den Rückbau durchführen. Sie beschreibt, wie Rotorblätter, Turm und Gondel zerlegt werden sollten und welche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind, damit keine schädlichen Stoffe in die Umwelt gelangen. Sie erläutert, welche Bestandteile der Windenergieanlage sich auf welche Weise verwerten lassen, wie der Rückbau dokumentiert werden muss und welche behördlichen Genehmigungen für den Rückbau in welchem Bundesland notwendig sind.

Erarbeitet wurde das Dokument von einem Konsortium aus 25 Fachleute n aus der Windenergie- und Recycling-Branche, Wissenschaftlern sowie Mitarbeitern von Behörden wie dem Umweltbundesamt. Die DIN SPEC 4866 entstand auf Initiative der RDR Wind – Industrievereinigung für Repowering, Demontage und Recycling von Windenergieanlagen. Diese wurde 2018 gegründet, unter anderem mit dem Ziel erstmalig Branchenstandards als „best practice“ für den Rückbau zu etablieren.

Ganzheitliches Entsorgungskonzept für Windkraftanlagen Bild: Veolia

Die Recyclingquote von Windenergieanlagen liegt bereits bei über 90 Prozent. Nur wenn Nachhaltigkeitskriterien auch beim Repowering und Rückbau von Anlagen berücksichtigt würden „treffe das Adjektiv ‚erneuerbar‘ nicht nur auf die produzierte Energie während der Laufzeit des Windparks zu, sondern auch auf die verwendeten Wege und Materialien nach dem Rückbau der Anlagen“, so Dr. Markus Binding, Geschäftsführer der Veolia Umweltservice West. Windenergieanlagenrecycling könnte ein bedeutender Beitrag der Windenergiebranche zur Rückgewinnung wertvoller Ressourcen und damit zur Ressourceneffizienz sein. „Die Kreislaufwirtschaft könnte der Windenergiebranche damit helfen gefährliche Reputationsrisiken in Glaubwürdigkeitszuwächse zu verwandeln und die Energiewende in Deutschland noch ökologischer zu gestalten“, so Dr. Binding.

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