Petcycle: Keine weitere Regulierung ohne valide Ökobilanz

In einem Aufruf der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Getränkehändler Hans-Peter Kastner, des Verbandes Privater Brauereien Deutschland und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten vom 4. März wird die Bundesumweltministerin Svenja Schulze zur Einführung einer Abgabe von 20 Cent auf Einwegflaschen und -dosen aufgefordert.
Domsen, pixelio.de

Als davon direkt betroffene Organisation und Pionier der Kreislaufwirtschaft verwehrt sich Petcycle gegen solche dirigistischen Maßnahmen.Allein durch den Sprachgebrauch würden alle einwegproduzierenden und -nutzenden Unternehmen zu Boykotteuren gestempelt. Dabei gebe es in Deutschland eines der am besten funktionierenden Pfandsysteme, welches garantiert, dass so gut wie keine Flaschen im Müll landen oder am Straßenrand liegen. Dieses Pfandsystem habe zu einer Rückführungsquote von 99 Prozent aller Einwegflaschen, die im Petcycle Kastensystem vertrieben werden, geführt. Das Pfandsystem sei damit eine hervorragende Grundlage für das Recycling, das so exzellent ausgerichtet ist, dass in Deutschland nicht von Abfall, sondern von Wertstoffen gesprochen werden sollte. Von daher erfülle das Einwegpfand seine Funktion vollumfänglich.

Die nicht nachvollziehbare Feststellung, Flaschen aus 100 Prozent Recyclat seien Showprodukte, zeuge von einer interessensgetriebenen Verzerrung der Tatsachen. Was daran Show ist, werde auch von der DUH nicht näher erklärt. Aber offensichtlich werde hier mit zweierlei Maß gemessen, wenn eine 100 Prozent aus Recyclat bestehende Putzmittelflasche einen Umweltpreis gewinnt, aber hier Getränkeverpackungen diskriminiert werden sollen.

Die faktenbasierte Evaluation auf Grundlage von Ökobilanzen sei unverzichtbar. Nicht zuletzt kämen entsprechende Ökobilanz-Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren wie Wasserverbrauch, Naturraumnutzung oder C02-Bilanz insbesondere PET-Einweg-Flaschen mit hoher Recyclingquote bzgl. ihrer Umweltbilanz auf dem Niveau von Glasmehrweg liegen. Bevor das BMU weitere regulatorische Schritte einleitet, sollte die angekündigte Ökobilanz-Untersuchung des Bundesministeriums für Umwelt / Umweltbundesamts zu Getränkeverpackungen vorliegen.

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