IN4climate.NRW nimmt Arbeit auf

Mit einem Auftakttreffen aller beteiligten Partner nahm IN4climate.NRW, die neue Arbeitsplattform von Industrie, Wissenschaft und Landesregierung, ihre Arbeit auf.
v.L.n.R: Staatssekretär Christoph Dammermann des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE), Dr. Christoph Sievering, Leiter Energiestrategie und Energiepolitik der Covestro Deutschland AG und Mitinitiator der Initiative, Samir Khayat, Geschäftsführer IN4climate.NRW, Michael Theben, Leiter der Abteilung VII „Klimaschutz“ im MWIDE sowie die Leiter der Innovationsteams Prof. Dr. Görge Deerberg, stv. Institutsleiter des Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits-, und Energietechnik, UMSICHT, Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie und Dr. Bernd Kaletta, Corporate Communications bei der Lanxess Deutschland GmbH. (Foto: IN4climate.NRW)

Ziel der Initiative sei es, Strategien zu erarbeiten, wie die Industrie in Nordrhein-Westfalen ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit erhalten, zusätzliches Wachstum erzeugen und gleichzeitig zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele beitragen kann. An der Initiative beteiligen sich über zwanzig Unternehmen und Verbände aus den Bereichen Stahl und Metalle, Chemie, Zement, Glas, Papier und Baustoffe sowie sechs Forschungseinrichtungen.

In Düsseldorf trafen sich nun zum ersten Mal Vertreter der beteiligten Industrieunternehmen, Forschungsinstitute sowie der Landesregierung. Gemeinsam bilden sie die Innovationsteams, die Kernsäule von IN4climate.NRW. „Ich freue mich, dass wir heute den Start für eine treibhausgasfreie und gleichzeitig wettbewerbsfähige Industrie geben. IN4climate.NRW wird als Innovationslabor den Standort Nordrhein-Westfalen für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte rüsten und Zukunftsvisionen für eine klimaneutrale Industrie entwickeln“, sagte Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung, und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen am Rande der Auftaktsitzung. Pinkwart hatte die Initiative im September 2018 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Seitdem wurden die notwendigen Strukturen geschaffen, um mit IN4climate.NRW eine zentrale Einrichtung zur Erforschung und Etablierung treibhausgasneutraler Industrieprozesse zu etablieren.

Die Innovationsteams sollen zukünftig Ideen entwickeln, wie Produktionsprozesse und Wertschöpfungsketten langfristig klimaneutral gestaltet werden können und wie ein Beitrag der Industrie zur Entwicklung klimafreundlicher Produkte aussehen kann. Beispielsweise können bei der Stahlherstellung die anfallenden Prozessgase in Chemieprodukte umgewandelt oder Kokskohle durch Wasserstoff ersetzt werden. Das würde den CO2-Ausstoß stark vermindern. Geleitet werden die Innovationsteams von Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts und Prof. Dr. Görge Deerberg, stellvertretender Leiter des Fraunhofer UMSICHT. Unterstützung erhalten sie von ihren Co-Leitungen aus der Industrie.

Das wissenschaftliche Kompetenzzentrum der Initiative, SCI4climate.NRW, begleitet den Prozess aus Forschungssicht. SCI4climate.NRW untersucht die Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten einer klimaneutralen und zukunftsfähigen Grundstoffindustrie in Nordrhein-Westfalen und ist ein Forschungsprojekt von sechs Instituten unter Leitung des Wuppertal Instituts. Weitere Partner sind das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), die RWTH Aachen, das VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI) und der Verein Deutscher Zementwerke (VDZ gGmbH). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betrachten dabei technologische, ökologische, ökonomische, institutionelle, gesellschaftliche und
(infra-)strukturelle Systemherausforderungen für die nordrhein-westfälischen Unternehmen der energieintensiven Grundstoffindustrie.

Die Finanzierung des Projektes ist auf vier Jahre angelegt. Die 16 Millionen Euro Förderung (inklusive wissenschaftlicher Unterstützung) übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. Zusätzlich soll die Initiative Fördermittel in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe von Bund und EU für innovative Industrieprojekte mobilisieren.

Die Initiative steht allen Industrieunternehmen offen.

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