Industrie: Styropor wird erfolgreich recycelt

Die Interessenvertretung der Hersteller von Styropor-Verpackungen hat die Einstufung des Materials durch die Zentrale Stelle als „nicht recyclingfähig“ kritisiert.

Die Recyclingquote für Airpop-Verpackungen liegt in Deutschland laut dem innerhalb der IK organisierte Forum für EPS Recycling EPSY und der Fachgruppe Airpop bei etwa 50 Prozent. Dies sei im europäischen Vergleich ein beispielhaftes Ergebnis, das sukzessive weiter ausgebaut werden soll. Für die kleinen bisher noch nicht recycelten Mengen aus dem Gelben Sack arbeite die Industrie gemeinsam mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette an Lösungen. Airpop ist von der Zentralen Stelle Verpackungsregister zum 1. Januar 2019 als nicht-recycling-fähig eingestuft worden.

„Die Einstufung von Airpop als nicht-recyclingfähig basiert auf rein ökonomischen Entscheidungen seitens der Sortierer“, betont Mara Hancker, Leiterin Public Relations bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und Ansprechpartnerin für die Fachgruppe Airpop. „Zum einen sind die Mengen im Gelben Sack vergleichsweise gering und zum anderen erzielt das Material ausgezeichnete Werte in der energetischen Verwertung. Mit der tatsächlichen physikalischen Recyclingfähigkeit des Materials hat diese Einstufung nichts zu tun.“

Die Einstufung als nicht-recyclingfähig bedeute in der Praxis eine Abwertung des Verpackungsmaterials. „Mit der aus unserer Sicht nicht gerechtfertigten Stigmatisierung wird das Material trotz ökologischer Vorteile gegenüber anderen Materialien schlechter gestellt“, so Hancker. Die Einstufung wirke verunsichernd auf die maßgeblichen Industrien. „Eine Substitution durch ökologisch nachteiligere Materialien ist dabei nicht im Sinne der Umwelt und auch nicht im Sinne des Verpackungsgesetzes.“

Dass ein Recycling des Verpackungsmaterials problemlos funktioniert, beweise die gewerbliche Sammlung bereits heute. Rund 80 Prozent der im Markt befindlichen Airpop-Menge gingen gar nicht aus den Privathaushalten in den Gelben Sack. Der Großteil werde bei den Herstellern in den Haupteinsatzgebieten Weiße Ware sowie Möbel gesammelt und an spezialisierte Recycler weitergegeben. Die Recyclingquote von Airpop liege in Deutschland insgesamt bei 50 Prozent – im europäischen Vergleich ein hoher Wert.

Die Fachgruppe Airpop will das EPS-Recycling weiter ausbauen. Daher unterstütze sie den Aufbau innovativer Recyclingverfahren wie das EU-geförderte PolySytyrene-Loop oder das kanadische PolyStyvert-Verfahren. Zurzeit finde in Kanada beispielsweise ein PolyStyvert-Testlauf mit in Deutschland aussortierten Airpop-Verpackungen aus dem Gelben Sack statt. Besonders auch das chemische Recycling durch die Rohstoff herstellende Industrie werde als Option für hochwertiges Recycling intensiv verfolgt. Über den europäischen Verband EUMEPS werde zudem international an Lösungen gearbeitet.

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