Keestrack präsentiert hybriden Prallbrecher R5e

Bei der kostensenkenden „Elektrifizierung“ seiner raupenmobilen Aufbereitungsanlagen konzentriert sich Keestrack verstärkt auf die Zerkleinerungstechnik.
Foto: Keestrack

Nach den vollhybriden Kegelbrechern H4 und Backenbrechern B4e folgt nun Keestrack zufolge der hybride Prallbrecher R5e, der mit direkt angetriebenen 350-t/h-Brecher und elektrischen Förder- und Siebkomponenten volle Leistung bei niedrigen Verbrauchskosten gewährleisten soll.

Insgesamt drei Modelle umfasse die Baureihe raupenmobiler Prallbrecher von Keestrack, beginnend mit dem kompakten R3, ein flexibler 30-Tonnen-„Baustellenbrecher“. Am anderen Ende stehe das Flaggschiff Keestrack R6 mit lediglich 60 Tonnen Gesamtgewicht in Vollausrüstung, der sich für Recycling-Großprojekte und Steinbruch-Anwendungen eigne. Bereits seit einigen Jahren sei der große „Destroyer“ als R6e zudem in diesel-elektrischer Hybrid-Version mit Elektromotoren an Förderbändern und Siebkomponenten erhältlich. Seit 2014 biete der Keestrack R6e mit 250-kW-Elektromotor für den Brecher und elektrischem 110-kW-Antrieb für die Bordhydraulik optional auch den vollelektrischen „Plug-In“-Betrieb ab Netz. Dank der Onboard-Diesel sollen die Großbrecher weiterhin  flexibel bleiben, allerdings ließen sich gerade im semi-stationären Einsatz bis zu 45 Prozent Energiekosten einsparen, so der Hersteller.

Weitgehende Elektrifizierung

Wie beim größeren R6e wird auch der Prallbrecher des R5e mit hocheffizienten 5100-kg-Rotor (B/Ø: 1000/1260 mm, Einlauf: 800 x 1050 mm) über den 345 kW starken Volvo-Sechszylinder-Diesel (TAD 1373 VE; EU IV) direkt angetrieben („Rotor-by-diesel“). Die Arbeitshydraulik versorge alle Hubzylinder an Chassis und Förderbändern, den Raupenantrieb, die Vibro-Austragsrinne sowie das Zweideck-Vorsieb und das kompakte Zweideck-Nachsiebmodul mit Überkorn-/Haldenband. Ein 160-KVa-Generator liefere jetzt die Power für alle übrigen Fördereinrichtungen – einschließlich des 5-m³-Vibrationsaufgebers – und für den neuen Keestrack Neodym-Überbandmagneten (Option). Aufgrund seiner gegenüber dem R6e größeren Mobilität biete der Keestrack R5e keinen „Plug-in“-Netzbetrieb, könne aber über den vorhandenen 63-A-Anschluss nachgeschaltete Siebe oder Haldenbänder antreiben (ca. 38 kW Anschlussleistung).

Mit insgesamt rund 500 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber der diesel-hydraulischen Version gewährleiste die elektrische Ausrüstung weiterhin die volle Mobilität des auch mit optionalem Dolly-Aufliegerfahrwerk erhältlichen Keestrack R5e (Transporthöhe/-breite mit Nachsieb: 4000/3000 mm). Auf der Baustelle soll der Hybrid schnell einsatzbereit sein: Ohne langwierige Zusatz-Montagen oder Abstützungen ließen sich alle Bänder und Zusatzmodule hydraulisch einrichten, die sequenzielle Startautomatik der Relytec-Steuerung übernimmt das Hochfahren der Anlagenkomponenten. Über Last- und Füllstandssensoren optimiere das System im Betrieb Produktionsleistung und -qualität. Alle Anlagenfunktionen sind serienmäßig funkfernsteuerbar, so das Unternehmen, die optionale GPS/UMTS-Fernüberwachung Keestrack-er ermöglicht eine exakte Dokumentation aller Maschinenleistungen und informiert über mögliche Fehlfunktionen bzw. anfallende Wartungsarbeiten.

Praxistests würden Keestrack zufolge eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs von bis zu 45 Prozent gegenüber der diesel-hydraulischen Version belegen, was insbesondere auf die wesentlich gleichmäßigeren Drehzahlen des drehmoment-starken Volvo-Diesels (max. 2380 Nm bei 1200 U/min) zurückzuführen ist. Grundsätzlich bringe der weitgehende Wegfall komplexer Hydraulikleitungen weniger Kühlaufwand, geringere Leckage-Risiken und deutliche Wartungserleichterungen im täglichen Betrieb, heißt es abschließend.

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