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Wolframschrotte als Rohstoffquelle sichern

Europa steht bei Wolfram unter zunehmendem Versorgungsdruck. Der kritische Rohstoff ist für die metallverarbeitende Industrie, die Luftfahrt, die Medizintechnik, die Elektronik sowie die Verteidigungsindustrie relevant. Gleichzeitig verschärfen Knappheit, steigende Preise und Exportkontrollen die Lage auf den internationalen Märkten.
Wolframschrotte als Rohstoffquelle sichern
Plansee_Hartmetallwerkzeug aus Wolfram beim Einsatz in der Zerspanung. Copyright: Ceratizit/Plansee Group
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Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender der Plansee Group, fordert deshalb Exportrestriktionen für Wolframschrotte. Das Material solle in Europa aufbereitet und wieder in regionale Wertschöpfungsketten zurückgeführt werden.

Wolframmarkt unter Druck

China produziert mehr als 80 Prozent des weltweiten Wolframs und kontrolliert große Teile des Angebots über Exportkontrollen und Restriktionen. Seit 2025 ist das Land zudem Nettoimporteur bei Wolfram. Steigender Binnenverbrauch und Minenschließungen erhöhen den Druck auf die Versorgung zusätzlich.

Auch außerhalb Chinas verschärfen regulatorische Vorgaben die Situation. Die USA haben für bestimmte Anwendungen ab 2027 ein Importverbot für chinesisches Wolfram angekündigt. Zugleich verlangen Kunden in Europa und Nordamerika zunehmend transparente, konfliktfreie Lieferketten und belastbare Herkunftsnachweise.

Recycling als schneller Hebel

Neue Minenprojekte können die Versorgung langfristig diversifizieren. Sie benötigen jedoch mehrere Jahre bis zur vollen Produktion. Für eine kurzfristig wirksame Rohstoffsicherung rückt daher die regionale Kreislaufwirtschaft stärker in den Fokus.

Nach Einschätzung von Wex sind Wolframschrotte keine Abfälle, sondern eine strategische Quelle für einen industriellen Schlüsselrohstoff. Wenn dieses Material exportiert werde, verliere Europa Rohstoffzugang, industrielle Substanz und Handlungsspielraum.

Wex fordert daher Exportrestriktionen für Wolframschrotte. Diese sollten mit der Pflicht verbunden werden, das Material regional wiederaufzubereiten und in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen. So könnten Abhängigkeiten reduziert und Lieferketten widerstandsfähiger werden.

Ungenutztes Potenzial bei Wolfram

Wolfram eignet sich nach Angaben der Plansee Group besonders für diesen Ansatz. Die Recyclingverfahren seien verfügbar, und die industrielle Wiederaufbereitung funktioniere im großen Maßstab. Dennoch würden weltweit rund 70 Prozent des eingesetzten Wolframs bislang nicht recycelt.

Ein weiterer Baustein für eine widerstandsfähige Versorgung sei der Aufbau strategischer Reserven. Dafür müsse Europa vorhandene Rohstoffquellen konsequent nutzen. In einer Phase akuter Knappheit könne der Aufbau zusätzlicher Reserven die Marktlage sonst weiter verschärfen.

Plansee setzt auf Recycling

Die Plansee Group mit Sitz in Breitenwang/Reutte zählt nach eigenen Angaben zu den größten Wolframversorgern außerhalb Chinas. Das Unternehmen deckt die Wertschöpfungskette von der Rohstoffaufbereitung aus Schrotten oder Konzentraten bis zu Werkzeugen und Komponenten ab.

Im Geschäftsjahr 2025/26 fertigte die Gruppe 14.300 Tonnen Wolframprodukte. Nach Unternehmensangaben entspricht das rund 12 Prozent der weltweit hergestellten Wolframprodukte oder Vormaterialien. 91 Prozent des eingesetzten Materials stammen demnach aus Recycling, 9 Prozent aus Erzkonzentraten.

Die Rohstoffstrategie beruht auf dem Einsammeln und Sortieren von Wolframschrotten, industriellen Recyclingverfahren und langfristigen Partnerschaften mit Minenprojekten. Die Plansee Group nutzt thermisch-mechanische und chemische Verfahren, um aus unterschiedlichen Schrotten wieder hochwertige Rohstoffe zu gewinnen. Rückkaufprogramme und Umarbeitungsmodelle für Kunden ergänzen diesen Ansatz.

Quelle: Plansee Group
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