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Investitionen in Sonderabfallverbrennung

Der Bedarf an Entsorgungskapazitäten für gefährliche Abfälle in Europa bleibt hoch, auch wenn sich die chemische Industrie derzeit in einer angespannten wirtschaftlichen Lage befindet.
Investitionen in Sonderabfallverbrennung
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In den vergangenen zehn Jahren ist das Aufkommen gefährlicher Abfälle in der Europäischen Union um mehr als 30 Prozent auf knapp 120 Millionen Tonnen gestiegen. Diese Entwicklung erhöht den Druck auf bestehende Entsorgungsstrukturen erheblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktstudie von ecoprog.

Parallel zum Anstieg der Abfallmengen hat die Deponierung gefährlicher Abfälle deutlich zugenommen. Innerhalb eines Jahrzehnts wuchs das deponierte Volumen um rund 70 Prozent, obwohl die europäische Abfallpolitik eine Reduzierung der Deponierung anstrebt. Vor diesem Hintergrund gewinnt die thermische Behandlung gefährlicher Abfälle weiter an Bedeutung.

In Europa sind derzeit mehr als 90 Sonderabfallverbrennungsanlagen mit einer Gesamtkapazität von über vier Millionen Tonnen pro Jahr in Betrieb. Ergänzt wird dieses Angebot durch mehr als 100 weitere Anlagen in der Industrie sowie in der Entsorgung medizinischer Abfälle, die überwiegend gefährliche Abfälle thermisch behandeln. Darüber hinaus werden gefährliche Abfälle auch in anderen Anlagentypen wie Zementwerken, Müllverbrennungsanlagen und Altholzkraftwerken mitverbrannt.

Die verfügbaren Kapazitäten sind innerhalb Europas jedoch ungleich verteilt. Während Länder wie Deutschland und Frankreich über vergleichsweise hohe Behandlungskapazitäten verfügen, existieren in mehreren EU-Staaten keine eigenen Sonderabfallverbrennungsanlagen. Diese strukturellen Unterschiede führen zu grenzüberschreitenden Abfallströmen. Im Jahr 2022 wurden mehr als 1,6 Millionen Tonnen gefährlicher Abfälle zur Entsorgung in andere Länder exportiert.

Um diese Abhängigkeit von Abfallexporten zu reduzieren, planen mehrere Staaten den Ausbau eigener Kapazitäten. Gleichzeitig besteht in etablierten Märkten ein erheblicher Modernisierungsbedarf. Der Anlagenbestand in der europäischen Sonderabfallverbrennung ist vielfach überaltert; in elf Ländern liegt das durchschnittliche Anlagenalter bei mehr als 30 Jahren. Aktuell sind europaweit Neubau- und Modernisierungsprojekte mit einer zusätzlichen Kapazität von rund 400.000 Tonnen pro Jahr bekannt.

Unklar bleibt, wie sich die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen in der chemischen Industrie und in weiteren Branchen, etwa der Automobilzulieferindustrie, langfristig auf das Abfallaufkommen auswirken. Zwar hat der kurzfristige Mengendruck zuletzt nachgelassen, der strukturelle Bedarf an gesicherten Entsorgungslösungen für gefährliche Abfälle besteht jedoch weiterhin.

Die Marktstudie „Der Markt für Sonderabfallverbrennungsanlagen in Europa“ analysiert die technischen Rahmenbedingungen, zentrale Marktfaktoren, den Anlagenbestand, laufende und geplante Projekte sowie die Wettbewerbssituation in der thermischen Behandlung gefährlicher Abfälle. Die Studie ist über die Website von Ecoprog verfügbar.

Quelle: Ecoprog
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