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Zirkulär bauen im Gebäudebestand stärken

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen hat seine Stellungnahme „Zirkulär bauen: Bestand erhalten, Kreisläufe schließen“ an das Bundesumweltministerium und das Bundesbauministerium übergeben. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, um den Gebäudesektor stärker auf Kreislaufwirtschaft auszurichten. Ziel ist es, Ressourceneinsatz und Emissionen zu reduzieren sowie den Gebäudebestand langfristig nutzbar zu halten.
Zirkulär bauen im Gebäudebestand stärken
Copyright: SRU
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Bestandserhalt und Ressourcenschonung

Zirkulär bauen beschreibt die Wiederverwendung von Baustoffen und Bauteilen, die Reparaturfähigkeit von Gebäuden sowie die systematische Dokumentation verbauter Materialien. Der Fokus liegt auf dem Erhalt bestehender Gebäude und deren Anpassung an veränderte Nutzungsanforderungen. Dadurch lassen sich Flächenversiegelung und der Einsatz von Primärrohstoffen verringern. Schadstoffarme Materialien erleichtern die Wiederverwendung und unterstützen gesundheitliche Anforderungen im Gebäudebetrieb.

Wirtschaftliche Effekte und neue Geschäftsmodelle

Eine lebenszyklusorientierte Betrachtung zeigt, dass zirkuläres Bauen wirtschaftliche Vorteile bieten kann. Insbesondere im Bestand entstehen Potenziale für Dienstleistungen in den Bereichen Rückbau, Wiederverwendung und Materialmanagement. Gleichzeitig werden bestehende Bauweisen und handwerkliche Praktiken wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.

Hemmnisse in Regulierung und Praxis

Die Umsetzung zirkulärer Ansätze wird durch bestehende rechtliche Rahmenbedingungen und Marktstrukturen erschwert. Rückbau und Neubau gelten häufig weiterhin als Standard, während die Weiterentwicklung des Bestands als aufwendig eingeschätzt wird. Zudem bestehen Unsicherheiten bei der Verwendung von Sekundärbaustoffen sowie bei Investitionen in neue Geschäftsmodelle.

Ansatzpunkte für die Umsetzung

Der Umweltrat benennt mehrere Handlungsfelder zur Stärkung von zirkulär bauen. Eine zentrale Rolle spielt die Digitalisierung von Gebäudedaten über den gesamten Lebenszyklus, um Materialflüsse transparent zu machen. Ebenso wird der Ausbau von Fachwissen in Ausbildung und Weiterbildung als Voraussetzung für die Umsetzung hervorgehoben.

Förderpolitisch empfiehlt der Rat eine stärkere Ausrichtung auf Bestandserhalt und Kreislaufprinzipien. Lebenszykluskostenanalysen können dabei als Bewertungskriterium dienen. Ergänzend werden wirtschaftliche Instrumente wie steuerliche Anreize für Sekundärbaustoffe diskutiert.

Rechtlich wird eine Gleichstellung von Primär- und Sekundärbauprodukten bei nachgewiesener Qualität als erforderlich angesehen. Zudem wird die Ausweitung der Herstellerverantwortung auf Bauprodukte sowie die Klärung des Endes der Abfalleigenschaft für geeignete Materialien adressiert.

Öffentliche Hand als Impulsgeber

Die öffentliche Hand wird als zentraler Akteur für die Marktentwicklung betrachtet. Öffentliche Bauvorhaben können die Nachfrage nach Sekundärbaustoffen erhöhen und entsprechende Standards etablieren. In Vergabeverfahren kann die Berücksichtigung von Klimawirkungen zusätzliche Steuerungsimpulse setzen. Parallel dazu wird eine frühzeitige Umsetzung europäischer Vorgaben im Gebäudesektor empfohlen, um Planungssicherheit zu schaffen und Investitionen in zirkuläre Bauweisen zu unterstützen.

Zur Stellungnahme „Zirkulär bauen: Bestand erhalten, Kreisläufe schließen“

Quelle: Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU)
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