Unterstützt wird der Wissenschaftskongress von 60 Lehrstühlen deutschsprachiger Hochschulen, die ihre Promovierenden zur Einreichung aktueller Forschungsthemen aufrufen. Im Jahr 2026 waren 30 Professorinnen und Professoren vor Ort vertreten. Aus insgesamt 67 eingereichten Beiträgen wurde ein Programm mit 21 Fachvorträgen und 42 Posterpräsentationen zusammengestellt. Thematische Schwerpunkte lagen unter anderem auf Kunststoffrecycling, chemischem Recycling, Batterierecycling, Lebenszyklusanalyse sowie auf Verfahren zur CO₂-Minderung in der Abfallbehandlung.
Neben der wissenschaftlichen Vernetzung verfolgt der Kongress das Ziel, den Austausch zwischen Forschung und Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingbranche zu fördern. Im Rahmen des DGAW-Young-Professional-Days wurde das Förderprogramm „Wissenschaft trifft Wirtschaft – Leaders of Tomorrow“ durchgeführt. 25 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler diskutierten dabei mit Führungskräften aus Industrie und Anlagenbau über Karrierewege, Technologietrends und Anforderungen der Praxis. Beteiligt waren Vertreter der STADLER Anlagenbau GmbH, der EEW Energy from Waste GmbH sowie der Veolia Deutschland GmbH.
Im Rahmen des Kongresses wurde der DGAW-Wissenschaftspreis 2026 in den Kategorien Vortrag und Poster vergeben. In der Kategorie Vortrag erhielt Tim Kurtz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den ersten Preis für seine Arbeit zur Auswirkung von Mineralfüllstoffen auf die Pyrolyse von Polystyrol. Der zweite Platz ging an Alena Maria Spies von der RWTH Aachen University für neue Ansätze zur nachhaltigen Prozessentwicklung am Beispiel von Papier aus Leichtverpackungsabfällen. Den dritten Platz belegte Lucia Aguirre Molina von der Universität Kassel mit einer Untersuchung zu Materialflüssen und Recyclingpotenzialen von Kunststofffolien in Deutschland.
In der Kategorie Poster wurde Ronja Strobel von der Leibniz Universität Hannover für eine modellgestützte Szenarioanalyse zu Verwertungswegen von Gerätebatterien in Kambodscha ausgezeichnet. Fabian Rüttnauer von der RWTH Aachen University erhielt den zweiten Preis für eine vergleichende Lebenszyklusanalyse von Recyclingverfahren für Lithium-Ionen-Batterien. Der dritte Preis ging an Leon Deterding von der Hochschule Pforzheim für eine ökobilanzielle Bewertung eines Einschritt-Sortierverfahrens im Kunststoffrecycling.
Einen Sonderpreis vergab die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) an Isabel Kaphahn von der RWTH Aachen University für die Untersuchung zur Implementierung des Oxyfuel-Verfahrens zur CO₂-Abscheidung in Müllverbrennungsanlagen.
Die Preise sind mit Geldbeträgen verbunden. Darüber hinaus erhalten die Erstplatzierten der Kategorien Vortrag und Poster die Möglichkeit, ihre Forschung im Rahmen der Science Corner auf der IFAT Munich 2026 zu präsentieren. Ergänzend wurden Fachpublikationen zur Kreislaufwirtschaft und zum Abfallrecht vergeben.







