In der neuen Projektphase werden fünf Forschungs- und Entwicklungsprojekte schrittweise realisiert. Inhaltlich befassen sich diese mit der Entwicklung neuer Compounds für Extrusionsanwendungen unter Einsatz von Gummimehl, mit der strahleninduzierten Devulkanisation zur Wiederverwendung bislang eingeschränkt nutzbarer Gummimehlfraktionen sowie mit der Herstellung leistungsfähiger Rezyklate aus ambient vermahlenem Material für elastomere Rezepturen. Weitere Projekte adressieren den Einsatz von Gummimehl in Hochwasserschutzsystemen, insbesondere für die Instandsetzung von Deichen, sowie die Entwicklung eines gummimodifizierten Niedrigtemperaturasphalts mit angepassten Verarbeitungseigenschaften und reduzierten Emissionen.
Neben technologischen Fragestellungen berücksichtigt das Netzwerk auch marktbezogene und regulatorische Rahmenbedingungen. In Deutschland wurden im Jahr 2024 rund 520.000 Tonnen Kautschuk zu Gummi verarbeitet, ein erheblicher Anteil davon für die Reifenherstellung. Eine teilweise Substitution von Primärrohstoffen durch Gummimehl eröffnet Potenziale für den hochwertigen Einsatz signifikanter Mengen an Sekundärrohstoffen. Vor dem Hintergrund regulatorischer Entwicklungen wie der EU-Entwaldungsverordnung gewinnt die Reduktion des Naturkautschukeinsatzes zusätzlich an Bedeutung. Die im Netzwerk bearbeiteten Projekte leisten damit einen Beitrag zur Umsetzung kreislaufwirtschaftlicher Rohstoffstrategien und zur Erreichung klima- und ressourcenpolitischer Zielsetzungen auf nationaler und europäischer Ebene.







