Deutsche Unternehmen setzen auf Energiegewinnung aus Abfall

Der Bericht „State of circularity for enterprises in Germany“ von Resourcify zeigt die aktuelle Landschaft der Kreislaufwirtschaft, und quantifiziert das Engagement und die Fortschritte von 313 führenden deutschen Unternehmen.
Foto: Rafael Zajczewski; pixabay.com

Ein besonders besorgniserregender Trend ist laut Bericht, dass die Unternehmen die Umwandlung von Abfällen in Energie (hauptsächlich in Form von Verbrennung) in ihre „Recycling“-Daten einbeziehen. Damit bleiben diese Unternehmen tatsächlich hinter ihren Kreislaufwirtschaftszielen und den nationalen Durchschnittswerten zurück – 68 % haben eine Recyclingquote von weniger als 50 %, wenn die energetische Abfallverwertung nicht berücksichtigt wird. Dies zeigt, dass die Einbeziehung der Umwandlung von Abfall in Energie in die Definition von Recycling dringend überdacht werden muss, da sie es den Unternehmen ermöglicht, ihre Recyclingraten aufzublähen, ohne sich zur Kreislaufwirtschaft zu verpflichten.

47 % der befragten Unternehmen geben an, durch die Umwandlung von Abfällen in Energie in die Kreislaufwirtschaft zu investieren, obwohl dadurch verhindert wird, dass wiederverwertbare Materialien erneut in den Produktionsprozess gelangen. Obwohl umstritten, ist die energetische Verwertung von Abfällen neben dem chemischen Recycling (das von 41 % der befragten Unternehmen genutzt wird) die beliebteste Methode für Unternehmen, in die Kreislaufwirtschaft zu investieren. Werden Deponierung und Verbrennung herausgerechnet, sinken die Recyclingquoten der Unternehmen auf durchschnittlich 44 % und liegen damit weit unter den Zielen für 2025 von 55 %.

Der Bericht zeigt den Trend, dass die Recyclingquoten der Unternehmen durch Abfallverbrennungskennzahlen und Deponien erheblich aufgebläht werden – nur 32 % der befragten Unternehmen erreichen eine Recyclingquote von 50 %, wenn diese Verfahren nicht berücksichtigt werden.

Ohne Verbrennung/Deponien erreichen nur 12 % der Unternehmen den nationalen Durchschnitt von 70 % für Produktions- und Gewerbeabfälle.

Im Branchenvergleich halten über 50 % der Automobil- und Fertigungsindustrie, des Einzelhandels und der Modebranche sowie anderer Branchen die Kreislaufwirtschaft für äußerst wichtig, während nur 32,5 % der Reise- und Tourismusbranche dasselbe sagen.

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