Geopolitik und Sanktionen bewegen Rohstoffpreise

Die Weltrohstoffpreise stiegen im April 2024 auf Dollar-Basis um 6 %. In Inlandswährung betrug der Anstieg aufgrund der leichten Abwertung des Euro zum US-Dollar 7,4 %.

Grund für den Anstieg der Weltrohstoffpreise war der Ölpreisanstieg im April um durchschnittlich 5,1 %. Zwischenzeitlich überstieg der Ölpreis die Marke von 90 US-$ je Barrel Brent. Die bis Mitte des Jahres verlängerten Förderkürzungen der OPEC und die angespannte Situation im Mittleren Osten ließen den Preis ansteigen. Der erwartete Anstieg der Weltrohölnachfrage um 2,2 mbd (= million barrel per day) auf durchschnittlich 104,5 mbd blieb in diesem Monat fast unverändert. Bei einer Förderung außerhalb der OPEC von 70,5 mbd und einer OPEC-NGL (Natural Gas Liquids) -Produktion von 5,5 mbd wäre eine OPEC-Rohölförderung von 28,55 mbd zur Bedienung der Nachfrage erforderlich. Die im März effektiv erreichte Fördermenge von durchschnittlich 26,6 mbd würde ohne Anstieg im weiteren Jahresverlauf die Unterversorgung des Marktes ausweiten.

Die europäischen Gaspreise für kurzfristige Lieferungen bewegten sich im März vor dem Hintergrund der guten Versorgungslage und geringen Nachfrage weiterhin nur leicht über dem Niveau des Vormonats.

Stahlpreise

Im ersten Quartal 2024 lag die Weltrohstahlproduktion 0,5 % höher im Vergleich zum Vorjahr. Chinas Stahlausstoß ging in den ersten drei Monaten um 1,9 % zurück, der in Indien stieg um 9,7 % an. Die deutsche Stahlproduktion legt wie im Vormonat weiter zu (+6,0 %). Die deutsche Produktion befindet sich aber immer noch auf einem geringen Niveau. Die Schrottpreise bewegten sich im April seitwärts: Eine geringe Exportnachfrage relativierte die positiven Preisimpulse, die sich aus einer relativ stabilen Nachfrage bei schwachem Angebot ergeben hätten. Bei stabilen Eisenerzpreisen, aber weiter abgeschmolzenen Kokskohlenotierungen gingen die Stahlpreise im April weiter zurück. Dabei war der Preisabfall bei Warmbreitband (-8 %) und verzinkten Blechen (-7 %) deutlich größer als bei Walzdraht (-1 %). Tendenz: Bis Ende Q3 2024 erwartet die IKB keine erhebliche Belebung der Stahl- und Schrottpreise.

Aluminiumpreise

Die weltweite Primäraluminiumherstellung zog auch im März 2024 weiter an, sodass die Produktion nach dem ersten Quartal um 4,1 % über dem Vorjahreszeitraum lag. Wesentliche Treiber waren China und das übrige Asien, während die Erholung in Westeuropa mit 1,3 % unterdurchschnittlich ausfiel. Die Lagerbestände an der LME lagen Ende April über 10 % unter Vormonat, während die Bestände an der SHFE im Monatsmittel im gleichen Umfang anstiegen. Bewegung in den Markt brachte die Entscheidung, künftig russisches Aluminium an der LME zu verbieten. Der Preis für Primäraluminium zog im Monatsmittel um rd. 13 % an, während Recyclingaluminium seitwärts tendierte. Tendenz: Bis Ende Q3 2024 sieht die IKB die Primäraluminiumpreise in einem Band von +300 US-$ um die Marke von 2.600 US-$/t, der Preisabstand zu Aluminium Alloy wird sich sukzessive auf rd. 400 US-$/t reduzieren.

Kupferpreise

Bis Ende Februar 2024 stieg die globale Kupferminenproduktion um 6,5 % an, da sich der Output insbesondere in Chile, Indonesien und Peru im Vorjahresvergleich erholte und Minen in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) erweitert wurden. Die weltweite Raffinadeproduktion wuchs durch Kapazitätserweiterungen in China und der DRC um 5,5 % bei nur leicht steigender Produktion im Rest der Welt. Getrieben durch den Anstieg der chinesischen Nachfrage zog der Kupferverbrauch um 7 % an. In der EU, Japan und den USA hingegen war die Nachfrage rückläufig. Für das Gesamtjahr wird mit einem leichten Angebotsüberschuss gerechnet. Die Kupferlagerbestände zogen im Monatsmittel April leicht (LME) bis kräftig (SHFE) an. Tendenz: Für den Kupferpreis erwartet die IKB nach dem starken Anstieg der letzten Wochen bis Ende Q3 2024 eine Bewegung von +700 US-$/t um die Marke von 8.900 US-$/t.

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