Preise der Industriemetalle teilweise stark rückläufig

Die Weltrohstoffpreise gingen im Juni auf Dollarbasis um 3,4 % zurück. Da der Euro im Vergleich zum Dollar im Juni leicht abwertete, betrug der Rückgang in Inlandswährung 3,2 %.

Preisrückgängen bei den Industriemetallen standen im Monatsmittel leicht angezogene Ölpreise gegenüber. Die erwartete Ölnachfrage für das Jahr 2023 liegt weiterhin bei 101,9 mbd (=million barrel per day). Für das Ölangebot außerhalb der OPEC wird mit 67,17 mbd gerechnet. Zur Bedienung der Nachfrage müsste somit eine OPEC-Förderung von 34,74 mbd erfolgen; wobei ca. 5,44 mbd auf sogenannte NGL- (Natural Gas Liquids) Sorten entfallen. Bei Einhaltung der angekündigten Förderkürzung ist von einem Angebotsdefizit am Ölmarkt im Laufe des Jahres auszugehen. Der Rohölpreis reagierte aber kaum auf die Anfang Juni angekündigte Förderkürzung. Auch die Gaspreise bewegen sich ohne klare Richtung. Bei weiterhin guter LNG-Versorgung liegen die Füllstände der deutschen Gasspeicher zum Ende des ersten Halbjahres bei gut 80 % und damit um 17 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021.

Stahlpreise

Die Weltrohstahlproduktion lag in den ersten fünf Monaten des Jahres um 1,2 % unter Vorjahresniveau. Die chinesische Produktion hingegen legte seit Jahresbeginn um 1,6 % zu. Eine weiterhin schwache Nachfrage ließ die Stahlpreise stark zurückgehen. Die Preise für Warmbreitband und verzinkte Bleche lagen durchschnittlich 100 € unter den Preisen des Vormonats. Bei Walzdraht fiel der Rückgang mit 8 % etwas geringer aus. Auch die Schrottpreise waren im Juni rückläufig. Die bevorstehende Sommerpause in den Stahlwerken könnte in diesem Jahr aufgrund der schwachen Auftragslage länger ausfallen als gewöhnlich. Die Kokskohlepreise gaben weiter nach, während die Eisenerznotierungen stiegen. Tendenz: Die IKB erwartet bis Ende Q3 2023 sinkende Stahl- und Schrottpreise.

Aluminiumpreise

Die Primäraluminiumproduktion war bis Ende Mai 2023 um 1,8 % höher als im Vorjahr. In China lag die Produktion im Mai nur leicht über der des Vorjahres, sodass das Jahresplus mit 2,9 % erneut schwächer ausfiel als in den vergangenen Monaten. Die Alulagerbestände an der LME gingen im Laufe des Juni um 6 % auf 543.000 t zurück. An der SHFE sanken die Alubestände in der letzten Juniwoche stark und lagen Ende Juni unter 100.000 t. Die investive Aluminiumnachfrage war im Juni ebenfalls rückläufig. Die Preise für Primäraluminium gaben im Juni nach, während die Alloypreise sich seitwärts bewegten. Tendenz: Bis Ende Q3 2023 sieht die IKB die Primäraluminiumpreise in einem Band von +200 US-$ um die Marke von 2.200 US-$/t, die Preise für Aluminium Alloy liegen im Mittel um rund 300 US-$/t niedriger.

Kupferpreise

In den ersten vier Monaten 2023 stieg die Kupferminenproduktion um 2,5 % an. Produktionseinschränkungen insbesondere in Chile bremsten den weltweiten Produktionszuwachs, der sonst größer ausgefallen wäre. Die Raffinadeproduktion stieg im gleichen Zeitraum um 8 % an: Kapazitätsausweitungen insbesondere in China (+ 15 %) trugen zu dem Anstieg bei. Auch beim Kupferverbrauch ist China ausschlaggebend: Der chinesische Verbrauchsanstieg um 7 % hatte einen weltweiten Anstieg um 3 % zur Folge. In allen anderen Regionen war der Verbrauch rückläufig. Die Kupferlagerbestände an den Börsen gingen im Juni um gut 23 % zurück. Der Kupferpreis zog leicht an. Tendenz: Für den Kupferpreis erwartet die IKB bis Ende des dritten Quartals 2023 eine Bewegung von +700 US-$/t um die Marke von 8.500 US-$/t.

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