Awigo: Ein Jahr E-Schrott-Aktion mit Reparaturinitiativen

Seit rund einem Jahr läuft in Kooperation mit den Reparaturinitiativen aus Hagen a.T.W., Ostercappeln und Quakenbrück eine Abfallvermeidungsaktion für Elektrokleingeräte.
Bei Bedarf ziehen die Reparaturfreunde vom Repair Café Hagen a.T.W. auch mal ein YouTube-Tutorial für Tipps heran. Foto: D. Pommer/Awigo.

Auf den Recyclinghöfen in Ankum, Georgsmarienhütte und Ostercappeln stehen gekennzeichnete Entsorgungsboxen an den Einfahrtsbereichen bereit. Hier können Kunden Geräte, die keine oder nur geringe Mängel aufweisen, abgeben und an die Reparaturinitiativen spenden.

Die Bilanz nach einem Jahr: Bislang kamen mehr als 700 Geräte zusammen. Rund 550 davon erwiesen sich nach Prüfung und gegebenenfalls kleinen Instandsetzungen durch die Reparaturfreunde als wiederverwendbar.

Verwundert sind die Akteure immer wieder über die guten Zustände der Elektroteile, die eigentlich entsorgt werden sollten. „Öfter handelt es sich bei den Spenden um voll funktionsfähige Dinge – manchmal sogar um noch original verpackte Ware, die nur einmal genutzt wurde. Das verdeutlicht, in welch einer Überflussgesellschaft wir leben“, berichtet zum Beispiel Olaf Henkel vom Reparaturtreff „Zu schade für die Tonne“ aus Quakenbrück. Umso schöner sei es, dass die gemeinsame Aktion hier ansetze und entgegenwirke, sind sich alle Beteiligten einig.

Wege der Wiederverwendung

Während die Quakenbrücker Initiative die Spenden an die Kolping Dienstleistungs GmbH in Fürstenau weiterleitet, gibt der Reparaturtreff Ostercappeln Bügeleisen, Toaster und Co. gegen eine kleine freiwillige Spende ab. „Etwa 200 Geräte fanden so schon einen neuen Besitzer“, erzählt Christoph Jerzakowski aus dem Ostercappelner Team. „Unsere aktuell verfügbaren Angebote sind auf einer Liste unter www.starkes-dorf-ostercappeln.de einsehbar.“

Ähnlich läuft es beim Repair Café aus Hagen a.T.W., wie Franz-Josef Spreckelmeyer beschreibt: „Auch wir haben schon knapp 200 Geräten ein zweites Leben verschafft. Manches konnten wir für die Ausstattung der Reparaturplätze nutzen, die meisten Dinge aber haben wir an verschiedenen Stellen verschenkt. Das Angebot wird gut angenommen und vielerorts bestaunt.“ Und das sogar deutlich über die Region hinaus: Seit einiger Zeit erfreuen sich nämlich auch Ordensschwestern im afrikanischen Benin an einer reparierten elektrischen Nähmaschine aus der Aktion.

Ausblick

Das Projekt ist gut angelaufen. Allerdings sind vor allem die Reparateure aus Hagen a.T.W. und Ostercappeln mit begrenzten Lagerkapazitäten konfrontiert. Hier arbeiten die Initiativen an Lösungen und weiteren Absatzmöglichkeiten instandgesetzter Geräte. Man darf gespannt sein, wie sich die Aktion weiterentwickeln wird. Die Initiativen halten in der lokalen Presse über Neuigkeiten auf dem Laufenden.

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