Metallmärkte trotzen den sich eintrübenden Prognosen

Die an der LME gehandelten Metalle zeigen sich recht stabil und gut behauptet gegenüber der Nervosität und Volatilität an den Märkten.
Rainer Sturm, pixelio.de
Rainer Sturm, pixelio.de

Kupfer trotz allem stabil
Die Kupfernotierungen waren mitunter beeinflusst von enttäuschenden Konjunkturdaten. Neben den eingetrübten Aussichten der amerikanischen Industrie kamen auch an der Wall Street Rezessionsängste auf. Die Rendite zehnjähriger Anleihen war unter die von dreimonatigen Papieren gefallen – in der Vergangenheit wurde dies als (verlässlicher) Indikator für einen wirtschaftlichen Abschwung gesehen. Ende März erholte sich das rote Metall wieder und stabilisierte sich auf Notierungen von 6.400 US-Dollar/t für Dreimonatsmaterial. Genährt wurde der leichte Auftrieb von der Zuversicht bzw. Hoffnung der Anleger auf eine baldige Lösung im Handelskonflikt zwischen China und den USA. Mit Blick auf das gesamte erste Quartal 2019 zeigt sich, dass sich der Londoner Kupfermarkt recht gut entwickelt hat – obwohl sich die Weltwirtschaft stärker eingetrübt hat als zu Jahresbeginn prognostiziert.

Die Nachfrage der deutschen Kupferverarbeiter richtete sich nur vereinzelt auf spätere Liefertermine – trotz der zeitweise niedrigen Kurse. Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) wurde auf dem deutschen Markt zwischen 5.310 und 5.490 Euro gehandelt. Die gehäckselten Kupferdrahtschrotte lagen in der ersten Qualität (Kasus) bei 5.420 bis 5.520 Euro, die zweite Qualität (Katze) wurde um 5.090 bis 5.290 Euro gehandelt. Die nicht legierten Kupferdrahtschrotte erzielten 5.240 bis 5.400 € für die erste Qualität (Kader) und 5.000 bis 5.140 Euro für die zweite Qualität (Kanal). Schwerkupferschrott (Keule) erzielte 4.920 bis 5.030 Euro.

Aluminium erreicht neue Höhen
Der Preis für Dreimonats-Aluminium hat am 20.03. mit 1.944 Euro pro Tonne den bisherigen Jahreshochstand erreicht. Dies wird aber weniger auf einen konjunkturellen Impuls zurückgeführt als vielmehr auf einen zeitlich begrenzten Produktionsausfall. Über den gesamten Beobachtungszeitraum bewegte sich Aluminium vornehmlich seitwärts. Mit Blick auf den deutschen Markt zeigt sich eine leichte Konsolidierung am Blockmarkt – gestützt durch stabilere Schrottpreise. Späne kosteten Anfang April 680 bis 850 Euro pro Tonne. Wenngleich die gegenwärtige Nachfrage als solide bis gut beschrieben wird, bleiben die Risikofaktoren hoch: Unsicherheit hinsichtlich des Brexit, die von US Präsident Trump angekündigten Zölle auf Automobile sind nicht final vom Tisch und die grundsätzliche Lage in der Automotivbranche bleibt weiter angespannt. Für das zweite Quartal wird mit Stagnation bis sommerbedingtem Rückgang gerechnet.

Die Preise für Hüttenaluminium lagen in Deutschland zuletzt bei 1.850 bis 2.230 Euro. Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) bewegte sich zwischen 1.610 und 1.750 Euro, Aluminiumprofilschrott (Alter) erlöste 1.600 bis 1.750 Euro. Die Preise für neuen Alu-Leg. Schrott kupferarm (Angel) lagen bei 1.280 bis 1.380 Euro, Aluminiumgussschrott (Aster) erzielte 1.000 bis 1.110 Euro.

Kobalt auf Höhenflug
Nach einer Studie der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) wird sich die Kobaltnachfrage in den nächsten Jahren „hochdynamisch“ entwickeln. Die Prognose zur Gesamtnachfrage geht von einer Verdoppelung auf rund 200.000 Tonnen aus. Dabei ist insbesondere die Batteriezellenindustrie größter Wachstumstreiber. Seit Ende 2016 hat sich der Kobaltpreis mehr als verdreifacht und erreichte ein zwischenzeitliches Hoch von rund 100.000 US-Dollar pro Tonne. Eine Steigerung des Kobaltangebots durch eine gesteigerte Produktion auf ca. 220.000 Tonnen bis 2026 wird zwar als möglich angesehen, ist jedoch durch die mögliche Verzögerungen bei der Produktionsaufnahme eher unwahrscheinlich – eine realistischere Schätzung kommt auf ein Angebot von rund 190.000 Tonnen im Jahr 2026.

Die Rückgewinnung von Kobalt aus Lithium‐Ionen‐Batterien ist bereits möglich, indes wird der Analyse zufolge das Recycling von Lithium‐Ionen‐Batterien erst ab 2030 relevanten Einfluss auf das Marktangebot haben. Der prognostizierte Markthochlauf von Elektromobilen wird das Recycling der Batterien zu einer wichtigen Komponente auf dem Kobaltmarkt machen – vor 2030 ist jedoch kein signifikanter Beitrag erwartbar.

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