Ein kleiner erster Schritt

Gestern hat das Europäische Parlament die Richtlinie zu Einwegkunststoffen verabschiedet. Erste Stimmen zum Votum.
Kunststoffverpackungen
piu700, pixelio.de

Der BDE begrüßt das Abstimmungsergebnis fordert aber gleichzeitig nächste Schritte. So müssten festgeschriebene und rechtlich bindende Mindestanteile an Rezyklaten in Produkten auf weitere Kategorien an Erzeugnissen und Kunststoffsorten ausgeweitet werden. Zudem müssten das Öko-Design und eine nachhaltige Beschaffung wirksamer gestaltet werden. BDE-Präsident Peter Kurth: „Produktverbote mögen bei bestimmten Plastikartikeln Erfolg haben. Aber sie sind langfristig kein wirksames Mittel gegen die Verunreinigung der Weltmeere. Viel wichtiger ist es, dass endlich eine stabile Nachfrage für Kunststoffrezklate entsteht. Wenn recycelter Kunststoff endlich als wichtiger Rohstoff angesehen wird, dann landet er auch ganz von selbst nicht mehr in den Weltmeeren oder auf den wilden Deponien dieser Welt.“

Mehr gegen Mikroplastik tun
Auch der VKU begrüßt das Votum und fordert ebenfalls weitergehende Maßnahmen, vor allem bei Mikroplastik. Patrick Hasenkamp, VKU-Vizepräsident der Abfallsparte : „Einweg-Plastikprodukte und -verpackungen lassen sich nur schwer recyceln und tragen wesentlich zur Vermüllung bei. Das sehen wir in unseren Städten und – besonders besorgniserregend – in unseren Meeren. Die Bundesregierung ist nun gefragt, dem Einhalt zu gebieten. Bisherige nationale Gesetze wie die Verpackungsverordnung haben es bisher nicht geschafft, Kunststoffverpackungen zu verringern. Der Fünfpunkteplan von Bundesumweltministerin Schulze weist in die richtige Richtung.“

Keine differenzierte Debatte
Deutlich kritischer fällt die Einschätzung der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen aus. Zwar unterstütze man „ein engagiertes Vorgehen gegen Abfalleinträge in die Umwelt und speziell in die Meere“, halte allerdings die Direktive für wenig geeignet, das Problem nachhaltig zu lösen. Die Diskussion über Plastik sei emotional aufgeladen und werde nicht differenziert geführt. Die Vereinigung weist auf den Nutzen von Kunststoffen hin und erklärt, dass ein Verzicht auf Plastikverpackungen nicht automatisch zu einem nachhaltigeren Verbrauch bei. Aus Sicht der Industrievereinigung sei eine Anti-Littering-Direktive deutlich zielführender.

Kunststoffabfälle als Ressource
Zufrieden zeigte sich auch Karl-Heinz Florenz (CDU), der in der EVP-Fraktion für das Dossier zuständig ist: „Das heutige Votum ist ein eindeutiges Signal. Europa geht entschlossen gegen die Vermüllung des Planeten vor. Rund 140 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmt in unseren Meeren. Die Fläche entspricht ungefähr der Größe Mitteleuropas. Es ist deshalb richtig, dass die an den Stränden am häufigsten zu findenden Einwegkunststoffartikel verboten werden.“ Gleichzeitig betonte aber auch auch die Bedeutung von Kunststoffabfällen als wertvolle Ressource. „Wegwerfplastik durch innovative Alternativen und wiederverwendbare Produkte zu ersetzen, ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern ist auch eine wirtschaftliche Chance. Durchschnittlich gehen rund 95 Prozent des Wertes von Plastikverpackungen verloren, dies entspricht 70 bis 105 Milliarden Euro pro Jahr. Unser Ziel muss es sein, die Recyclingqualität und die Wirtschaftlichkeit von Plastik zu verbessern“, so Florenz.

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