EU-Produktpolitik muss zur Kreislaufwirtschaft beitragen

Die Förderung einer kohlenstoffarmen Kreislaufwirtschaft hat die EU bereits im Jahr 2015 im Rahmen des „Circular Economy Action Plan 1“ angekündigt. Nun sollen Maßnahmen zur Umsetzung ergriffen werden, vor allem im Bereich Produktpolitik: Vom Produktdesign über die Reparaturfähigkeit und damit einer längeren Verwendung bis zur Wiederverwendung und dem Recycling.
Karl-Heinz Laube, pixelio.de

Gerade bei Elektrogeräten werden zu viele wertvolle Ressourcen und kritische Rohstoffe verschwendet. Folgende Problemfelder sollen u. a. betrachtet werden:

Reparaturfähigkeit und Wiederverwendung
Preisgestaltung, die die Umweltkosten nicht berücksichtigen
Eine Vielzahl an „Ökolabels“, die die Verbraucher verwirren: Hier wird überlegt, ob das EU-Ecolabel überarbeitet werden soll
Vielzahl an EU-Vorschriften, die z. T. die gleichen Produktgruppen betreffen
Es sollen Produktgruppen mit einem besonders hohen kreislaufwirtschaftlichen Potenzial ermittelt werden
Umweltinformationssystem und andere vorhandene Initiativen für mehr Transparenz für den Verbraucher sollen berücksichtigt werden, wie der „Umweltfußabdruck“, das EU-Ecolabel, das öffentliche Beschaffungswesen, Abfallgesetzgebung, Kunststoffstrategie, Studien zur Nachhaltigkeit, etc.

Die DGAW unterstützt die Initiativen der EU, den Produktlebenszyklus zu verlängern, die Reparaturfähigkeit der Produkte zu vereinfachen und mehr Transparenz für die Konsumenten zu schaffen, insbesondere durch klare Labels, die den „Umweltfußabdruck“ des Produkts und damit die Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette darstellen. Dies ist als Grundlage für eine ökologische Kaufentscheidung notwendig.

Der Entwurf eines umfassenden Ecolabels wird jedoch sicher zur Herausforderung: Was soll das Label am Ende genau aussagen? Ein ideales System müsste dann für alle Branchen Gültigkeit haben und in der Lage sein, alternative Produkte zu nennen, die nachhaltiger sind. Auch Produktrankings wären denkbar. Im Zeitalter der Digitalisierung und der Bewertungsplattformen dürfte das aber wenigstens technisch zu lösen sein.

Wünschenswert wäre es dann, wenn sich dies am Ende auch im Preis widerspiegelt und die Produkte bzw. die Hersteller im Rahmen der Produktverantwortung die derzeit noch externen Umweltkosten internalisieren würden.

Die öffentliche Beschaffung sollte als Vorreiter auftreten und die Beschaffungsrichtlinien im Sinne einer nachhaltigen Beschaffung entsprechend ändern und Mitarbeiter dahingehend schulen.

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