Zementindustrie diskutiert in Duisburg über CO2-Reduktion

Im Rahmen des 5. Alternative Fuel Symposiums der Duisburger Beratungsgesellschaft  Lechtenberg & Partner diskutierten Teilnehmer aus der weltweiten Zement, Kalk und Kraftwerksindustrie über die Reduktion fossiler Brennstoffe.

„Die Zementindustrie verursacht derzeit etwa 8% der weltweiten CO2 Emissionen. Für die Zementproduktion werden große Mengen an fossilen Brennstoffen benötigt, um den Kalkstein zu brennen. Die Nutzung alternativer Brennstoffe, wie z.B. Biomassen oder abfallstämmiger Ersatzbrennstoffe kann hier einen erheblichen Beitrag zur CO2 Reduktion leisten“, so Dirk Lechtenberg, Geschäftsführer des Veranstalters Lechtenberg & Partner. 
 
In der Bundesrepublik Deutschland ersetzt die Zementindustrie derzeit etwa 64% der fossilen Brennstoffe durch diese alternativen Brennstoffe und gilt damit weltweit als Vorreiter bei der umweltfreundlichen Nutzung alternativer Brennstoffe. Zu einem Erfahrungsaustausch zur Nutzung alternativer Brennstoffe trafen sich jetzt rund 150 Teilnehmer aus 34 Ländern um anhand von Vorträgen und Besichtigungen Einblick in diese Praxis zu gewinnen. So wurde das Zementwerk der Firma Dyckerhoff in Geseke besichtigt, das seit rund 20 Jahren einen Großteil der fossilen Brennstoffe durch aufbereitete Abfälle ersetzt.
 
Namhafte Redner, wie Rick Bohan, Direktor der US-amerikanischen Zementvereinigung (Portlandzement Assoziation), Saleh Al Shabnan, CEO des größten Saudi-arabischen Zementwerkes, der City Cement Company (CCC) und weitere 18 Referenten berichteten über Erfahrungen und erste Projekte zur Nutzung alternativer Brennstoffe.
 
Die Verwertung von Kunststoffen, speziell sogenannten Verbundstoffen, die häufig in Verpackungsmaterialien eingesetzt werden, ist sinnvoll und nachhaltig in der Zementindustrie möglich. Gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen noch keine Abfallverwertungsstruktur vorhanden ist, ist die Verwertung dieser nicht recyclingfähigen Kunststoffe als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung.

Im Rahmen des Symposiums wurden auch Beispielsprojekte vorgestellt, die das Duisburger Unternehmen z.B. in Ägypten, Indien und Israel umgesetzt hat. In der israelischen Hauptstadt wird seit 2017 in einer von Lechtenberg & Partner konzipierten Anlage rund die Hälfte des anfallenden Abfalls sortiert und wiederverwertet, so Lechtenberg. Recyclingfähige Stoffe werden separiert, die organischen Abfälle kompostiert und die Reste als Ersatzbrennstoff für ein lokales Zementwerk aufbereitet.
 
In Ägypten werden, (nachdem die dortige Zementindustrie erst in 2015 begonnen hat) mittlerweile rund 1 Mio. Tonnen/anno an Ersatzbrennstoffen durch die lokale Zementindustrie genutzt. Vorrangig wird Hausmüll aufbereitet und verwertet.
Neueste technische Entwicklungen für die Aufbereitung und Nutzung von Abfällen wurden durch zahlreiche Präsentationen namhafter deutscher Anlagenbauunternehmen dargestellt.
 
Auch Technologiefirmen, wie Vecoplan, Lindner Recyclingtech, Herhof, Aumund, Metso und vielen anderen stellten neueste Entwicklungen vor.
 
Auch wurde zum ersten Mal der mit Sachpreisen von Lechtenberg & Partner ausgelobte „Alternative Fuel Award“ für richtungsweisende Projekte vergeben. In diesem Jahr wurden Unternehmen aus Ägypten (die Firma Reliance für deren Hausmüllaufbereitungsprojekt in Port Said und der Stadt Ismāilia), Südafrika (Das Abfallwirtschaftsunternehmen Interwaste für deren Sonderabfallprojekt mit der Zementgruppe Afrisam) und Portugal (Intercement für deren Abfallaufbereitungsprojekt im Werk Souselas) für die Umsetzung klimaschonender Projekte ausgezeichnet.

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