Ausbau der Recyclinginfrastruktur
Nach Angaben der ARA sieht das Unternehmen die Kreislaufwirtschaft als wichtigen Bestandteil der Industriepolitik und der Rohstoffversorgung. Im Jahr 2025 stellte die ARA insgesamt 607.000 Tonnen Sekundärrohstoffe bereit. Davon entfielen 103.000 Tonnen auf Leichtverpackungen und Metalle, 320.000 Tonnen auf Papier sowie 184.000 Tonnen auf Glas.
Im Mittelpunkt der Investitionen stehen zwei Projekte im Kunststoffrecycling. Die Sortieranlage TriPlast in Oberösterreich wurde mit mehr als 60 Millionen Euro errichtet und dient der Sortierung von Kunststoff- und Metallverpackungen. Hinzu kommt die Anlage Sort4cycle, in die gemeinsam mit Partnern weitere 40 Millionen Euro fließen. Die Anlage soll ab 2027 das von der ARA entwickelte UPCYCLE-Verfahren industriell einsetzen, um bislang nicht stofflich verwertbare Sortierreste aufzubereiten.
Recyclingquote bei Kunststoffverpackungen erreicht
Nach Unternehmensangaben wurde 2025 die EU-Recyclingquote von 50 Prozent für Kunststoffverpackungen aus Haushalten erreicht. Gleichzeitig stieg die Sammlung von Verpackungen im Gelben Sack und in der Gelben Tonne um sieben Prozent. Besonders hohe Zuwächse meldete die ARA aus Wien sowie aus Tirol und Vorarlberg.
Die ARA führt die Entwicklung unter anderem auf den Ausbau der haushaltsnahen Sammlung zurück. Nach Angaben des Unternehmens werden mittlerweile rund 2,2 Millionen Haushalte direkt über Ab-Haus-Systeme erfasst.
Kritik an EU-Regulierung
Das Unternehmen kritisiert die zeitliche Abstimmung der europäischen Verpackungsregulierung. Aus Sicht der ARA greifen Recyclingvorgaben bereits, während verbindliche Anforderungen an Produktdesign und den Einsatz von Rezyklaten erst später folgen. Die ARA fordert deshalb eine engere Verzahnung der regulatorischen Vorgaben und mehr Planungssicherheit für Unternehmen.
Parallel dazu habe die ARA ihr Beratungsangebot zur europäischen Verpackungsverordnung ausgebaut. Nach Unternehmensangaben nahmen an Veranstaltungen und Webinaren in den Jahren 2025 und 2026 bislang rund 2.000 Vertreter aus Industrie und Handel teil.
Forschung zu lebensmitteltauglichen Rezyklaten
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung lebensmitteltauglicher Rezyklate. Gemeinsam mit Partnern arbeitet die ARA an Projekten zur mechanischen Aufbereitung von Polyolefinen und Polystyrol für den Einsatz in Lebensmittelverpackungen. Dazu zählt unter anderem ein Pilotprojekt mit Mehrwegbechern für den Eurovision Song Contest 2026.
Textilrecycling als weiteres Zukunftsfeld
Mit Blick auf die ab 2028 verpflichtende getrennte Sammlung von Textilien fordert die ARA einfache und wirtschaftlich umsetzbare Rahmenbedingungen. Das Unternehmen spricht sich dafür aus, bestehende Sammel- und Verwertungsstrukturen zu nutzen, um zusätzliche Kosten zu begrenzen. Erste Sortierversuche im Bereich Textilien hätten bereits positive Ergebnisse gezeigt. Gleichzeitig sieht die ARA Herausforderungen beim Recyclingprozess und beim Aufbau von Absatzmärkten für recycelte Fasern.







