Die Treibhausgasemissionen gingen 2025 gegenüber dem Vorjahr lediglich um 0,1 Prozent zurück. Rückgänge in Industrie und Energiewirtschaft wurden durch höhere Emissionen im Gebäude- und Verkehrssektor weitgehend ausgeglichen. Laut den Projektionsdaten 2026 würde das zulässige Emissionsbudget für die Jahre 2021 bis 2030 nur knapp eingehalten. Der Expertenrat kommt jedoch zu einer anderen Bewertung. Nach seiner Einschätzung unterschätzen die Projektionsdaten die tatsächlichen Emissionen bis 2030 um 60 bis 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Damit wäre das zulässige Emissionsbudget überschritten.
Der Rat verweist insbesondere auf Unsicherheiten in den Sektoren Energiewirtschaft und Gebäude. Zudem seien regulatorische Änderungen wie das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz bislang nicht berücksichtigt. Dadurch könnten weitere Risiken für den projizierten Emissionspfad entstehen. Auch die langfristigen Klimaziele für 2040 und 2045 sowie die Vorgaben der Europäischen Lastenteilungsverordnung würden laut den Projektionen zunehmend verfehlt.
Klimaschutzprogramm 2026 reicht nicht aus
Der Expertenrat hat zudem das Klimaschutzprogramm 2026 erneut bewertet. Nach seiner Einschätzung reichen die vorgesehenen Maßnahmen nicht aus, um die gesetzlichen Klimaziele bis 2040 zu erreichen. Eine stichprobenartige Prüfung von elf Maßnahmen bestätigte die bereits im März geäußerte Kritik.
Sollte der Expertenrat im kommenden Jahr erneut eine Überschreitung des Emissionsbudgets feststellen, müsste die Bundesregierung nach den Vorgaben des Klimaschutzgesetzes zusätzliche Maßnahmen vorlegen. Der Rat empfiehlt daher eine grundlegende Überarbeitung des Klimaschutzprogramms. Dabei sollten soziale und wirtschaftliche Auswirkungen stärker berücksichtigt und die Wechselwirkungen mit den Emissionshandelssystemen einbezogen werden.
LULUCF-Sektor bleibt Emissionsquelle
Auch im Bereich Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) sieht der Expertenrat erheblichen Handlungsbedarf. Statt wie gesetzlich vorgesehen eine wachsende Emissionssenke zu werden, bleibt der Sektor laut den Projektionsdaten bis 2050 eine Treibhausgasquelle. Die gesetzlichen Ziele würden damit in allen betrachteten Zeiträumen verfehlt.
Der Expertenrat hält die bisherigen Maßnahmen für unzureichend. Ansätze wie die Förderung von Paludikultur seien zwar sinnvoll, reichten jedoch nicht aus. Der Rat empfiehlt deshalb einen gezielten Ausbau der Instrumente und eine stärkere Einbindung des Sektors in die Klimaschutzstrategie.







