Der Konflikt im Nahen Osten verursacht historische Lieferausfälle, da die Ölexporte durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen sind. Golf‑Produzenten sind gezwungen, ihre Förderung um mindestens 10 mb/d zurückzufahren, während die globalen Vorräte steigen und die Marktvolatilität zunimmt. In Q2 2026 werden eingeschränkte Transportwege, Produktionskürzungen und geopolitische Unsicherheit den strukturellen Preisdruck auf Rohöl erhöhen.
Stahlpreise
Die weltweite Rohstahlproduktion liegt unter dem Niveau des Vorjahres. Im Februar ging die Produktion ggü. dem Vorjahresniveau um 2,2 % zurück. Diese Entwicklung wurde vor allem durch geringere Produktionen in China (- 3,6 % ggü. Vorjahr), Russland (-9,0 % ggü. Vorjahr) und Brasilien (-3,4 % ggü. Vorjahr) getrieben. Die Stahlpreise haben sich im März erneut erhöht. Warmbreitband liegt 6,8 % über dem Preis des Vormonats, Walzdraht liegt mit +0,7 % leicht darüber und Feinblech notiert 5,3 % höher. Bis Ende Q2 2026 erwartet die IKB bei den Stahlpreisen weiterhin einen Aufwärtstrend. Die Nachfrage nach Stahlschrott bleibt schwach. Durch eine Angebotsverknappung kann sich der Preis allerdings stabilisieren. Er stieg für Stahlaltschrott um 1,1 %, für Stahlneuschrott um 0,8 %. Für das zweite Quartal 2026 rechnet die IKB mit einer Seitwärtsbewegung der Preise für Stahlschrott.
Aluminiumpreise
In den ersten beiden Monaten 2026 lag die Produktion von Primäraluminium um 1,3 % über dem Vorjahresniveau. Der Produktionsanstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug in China 1,6 %. In Europa konnte der Output um 3,4 % gesteigert werden. Der Irankonflikt wird die Aluminiumproduktion in den Golfstaaten beschränken: Produktionsstätten in den VAE, dem fünftgrößten Aluminiumhersteller weltweit, wurden angegriffen. Die Lagerbestände an den Börsen entwickeln sich uneinheitlich: An der LME sanken die Bestände um 10 %, während an der SHFE wie in den Vormonaten deutlich mehr Aluminiumbestände zu verzeichnen waren. Tendenz: Infolge des Krieges stieg der Pries für Primäraluminium um 10 % auf knapp 3.400 US-$/t. Die IKB erwartet aufgrund der angespannten geopolitischen Situation bis Ende des ersten Halbjahres einen Primäraluminiumpreis von 3.600 US-$/t in einem Band von +200 US-$/t.
Kupferpreise
Die globale Kupferproduktion lag Ende Januar 2026 schätzungsweise 2,2 % höher als im Vorjahr, obwohl der indonesische Output aufgrund von Einschränkungen in der Grasbergmine geringer ausfiel. Die Raffinadeproduktion soll mit ca. 1,0 % geringer angestiegen sein als die Minenproduktion. Der Kupferverbrauch hingegen lag im Januar schätzungsweise um 2,5 % über dem Vorjahresniveau. An der LME setzt sich der seit Ende 2025 bestehende Lageraufbau fort; dort lagen die Bestände mehr als doppelt so hoch wie Ende letzten Jahres. An der SHF sanken die Vorräte. Der Kupferpreis ging im März zurück und lag Ende des Monats bei 12.300 US-$/t. Tendenz: Den Kupferpreis sieht die IKB bis Ende H1 2026 bei 12.600 US-$/t in einer Bandbreite von +700 US-$/t. Volatilere Preisbewegungen in den nächsten Wochen sind zu erwarten.







