Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wirtschaftliches Handeln zur Stabilisierung und Wiederherstellung ökologischer Systeme beitragen kann. Bestehende Strategien wie Klimaneutralität, Effizienzsteigerungen und Recycling werden als notwendige, jedoch nicht ausreichende Ansätze eingeordnet, um die ökologischen Herausforderungen zu bewältigen.
Überschreitungen planetarer Grenzen
Die Analyse verweist auf den fortschreitenden Klimawandel, den Verlust biologischer Vielfalt und gestörte Stoffkreisläufe. Sieben von neun planetaren Grenzen gelten als überschritten. Diese Entwicklung betrifft nicht nur einzelne Ökosysteme, sondern beeinflusst langfristig die natürlichen Lebensgrundlagen. Politische und wirtschaftliche Maßnahmen konzentrieren sich bislang überwiegend auf die Reduktion negativer Umweltauswirkungen oder deren Kompensation durch technologische Lösungen.
Erweiterung des Nachhaltigkeitsverständnisses
Die Autorinnen und Autoren schlagen eine integrierte Forschungs- und Impact-Agenda vor, die wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Umsetzung stärker miteinander verbindet. Regeneration wird dabei als übergeordnete Zielgröße für nachhaltiges Wirtschaften definiert. Wissenschaft soll nicht nur analysieren, sondern aktiv zur Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Wirtschaftlicher Erfolg wird in diesem Zusammenhang daran gemessen, inwieweit er zur Stabilisierung und Wiederherstellung ökologischer und sozialer Systeme beiträgt.
Grenzen technischer Lösungsansätze
Technologische Maßnahmen wie Effizienzsteigerungen, Recycling oder Kompensationsmechanismen leisten Beiträge zum Klimaschutz, führen jedoch nicht automatisch zur Wiederherstellung geschädigter Systeme. Auch Strategien zur Klimaneutralität stabilisieren im besten Fall bestehende Zustände, ohne ökologische Regenerationsprozesse anzustoßen. Regeneratives Wirtschaften setzt daher auf Ansätze, die die Widerstandsfähigkeit natürlicher Systeme langfristig sichern.
Forschungs- und Transformationsbedarf
Regeneratives Wirtschaften ist bislang kein einheitlich definiertes Konzept, weist jedoch in der wissenschaftlichen Diskussion gemeinsame Grundannahmen auf. Dazu gehört die Ausrichtung auf die aktive Verbesserung ökologischer und sozialer Systeme. Der In Brief empfiehlt, entsprechende Ansätze stärker in Forschung, Politik und Unternehmenspraxis zu verankern. Dies umfasst die Entwicklung neuer Bewertungsmaßstäbe, die Förderung interdisziplinärer Forschung sowie die Einrichtung von Experimentierräumen für Unternehmen zur Erprobung regenerativer Geschäftsmodelle.







