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AZuR Greenpaper zur Reifen-Kreislaufwirtschaft

AZuR hat eine aktualisierte Fassung ihres Greenpapers zur Reifen-Kreislaufwirtschaft in Europa veröffentlicht. Auf 32 Seiten werden ökologische und ökonomische Potenziale entlang der Wertschöpfungskette dargestellt. Der Fokus liegt auf Runderneuerung, Reparatur, Nachprofilierung sowie mechanischer und chemischer Verwertung von Altreifen.
Reifen-Kreislaufwirtschaft
Die AZuR Reifen-Kreislaufwirtschaft ist ein funktionierendes Erfolgsmodell zirkulären Wirtschaftens. Reifen werden durch Runderneuerung, Reparatur und Nachprofilierung so lange wie möglich auf der Straße gehalten und anschließend der klimagerechten mechanischen oder chemischen Verwertung zugeführt. In Deutschland werden auf diese Weise bereits rund 60 Prozent der Reifen im Kreislauf gehalten. Copyright: Azur
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Das Papier ordnet die Reifen-Kreislaufwirtschaft in den Kontext europäischer Industrie- und Klimapolitik ein und verweist auf Anpassungsbedarf bei regulatorischen Rahmenbedingungen.

Bedeutung für Industriepolitik und Klimaziele

Die europäische Wirtschaft steht vor der Aufgabe, Klimaneutralität zu erreichen, die Versorgung mit Rohstoffen zu sichern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Kreislaufwirtschaft nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Ein effizienter Ressourceneinsatz gilt als Voraussetzung, um Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig industrielle Wertschöpfung zu stabilisieren.

Im Rahmen des Clean Industrial Deal gewinnt die Integration zirkulärer Ansätze an Bedeutung. Das Greenpaper macht deutlich, dass Produkte bereits in der Designphase auf Wiederverwendung, Reparatur und Recycling ausgerichtet werden müssen, um Materialkreisläufe langfristig zu schließen. Insbesondere im Mobilitätssektor steigt mit wachsendem Fahrzeugbestand das Aufkommen von Altreifen und damit der Bedarf an funktionierenden Kreislauflösungen.

Stand der Reifen-Kreislaufwirtschaft

Die Reifen-Kreislaufwirtschaft in Deutschland umfasst die Sammlung, Prüfung und Weiterverarbeitung von jährlich rund 533.000 Tonnen Altreifen. Ein erheblicher Anteil dieser Mengen wird stofflich oder durch Wiederverwendung im Kreislauf gehalten. Nach der Erfassung durch zertifizierte Entsorger erfolgt eine Sortierung mit dem Ziel, die jeweils geeignete Verwertungsoption zu bestimmen.

Ein zentraler Ansatz ist die Verlängerung der Nutzungsdauer von Reifen. Durch Reparatur, Nachprofilierung und Runderneuerung lassen sich insbesondere im Nutzfahrzeugbereich mehrere Lebenszyklen realisieren. Dies reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen und senkt energiebedingte Emissionen im Vergleich zur Neureifenproduktion.

Sekundärrohstoffe aus Altreifen

Nicht mehr wiederverwendbare Reifen werden der stofflichen oder chemischen Verwertung zugeführt. In der mechanischen Aufbereitung entstehen Sekundärrohstoffe wie Stahldraht, Textilfasern und Gummigranulat. Diese Materialien finden Anwendung in unterschiedlichen Industriezweigen, etwa in der Stahlproduktion, im Bauwesen oder in der Herstellung von Kunststoff- und Elastomerprodukten.

Ergänzend gewinnen chemische Verfahren an Bedeutung. Dazu zählen unter anderem Devulkanisation und Pyrolyseprozesse. Bei der thermochemischen Behandlung von Altreifen entstehen gasförmige und flüssige Produkte sowie fester Kohlenstoff, der als recovered Carbon Black in industriellen Anwendungen eingesetzt werden kann. Diese Verfahren tragen zur Rückführung von Materialien in industrielle Prozesse bei.

Regulatorischer Anpassungsbedarf

Das Greenpaper benennt Handlungsbedarf auf nationaler und europäischer Ebene. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Förderung von Reparatur und Runderneuerung sowie die Etablierung einheitlicher Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards. Auch die stärkere Berücksichtigung runderneuerter Produkte in der öffentlichen Beschaffung wird als relevant für die Marktentwicklung eingeordnet.

Darüber hinaus wird die Entwicklung stabiler Märkte für Sekundärrohstoffe als Voraussetzung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft beschrieben. Klare rechtliche Rahmenbedingungen und die Anerkennung von Recyclingmaterialien als gleichwertige Rohstoffe gelten als zentrale Faktoren für Investitionssicherheit und technologische Weiterentwicklung.

Rolle der Kreislaufwirtschaft für Europa

Die aktuelle industriepolitische Entwicklung auf europäischer Ebene zeigt eine zunehmende Einbindung der Kreislaufwirtschaft in strategische Konzepte. Recyclingstrukturen werden dabei als Bestandteil zur Sicherung von Rohstoffverfügbarkeit und industrieller Produktion betrachtet.

Das AZuR-Greenpaper ordnet die Reifen-Kreislaufwirtschaft in diesen Kontext ein und beschreibt sie als Baustein für die Transformation industrieller Wertschöpfung. Voraussetzung für eine weitere Entwicklung bleibt ein konsistenter politischer Rahmen, der bestehende Strukturen stärkt und Investitionen in zirkuläre Technologien unterstützt.

Zum Greenpaper

Quelle: Azur
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