Während der zweitägigen Konferenz wurden 24 Fachvorträge sowie mehrere Diskussionsrunden präsentiert. Vertreter aus Industrie, Forschung, Start-ups und Finanzierungsinstitutionen diskutierten, wie digitale Technologien zur Entwicklung zirkulärer Materialsysteme beitragen können. Dabei stand insbesondere der Einsatz künstlicher Intelligenz entlang der industriellen Wertschöpfungsketten im Mittelpunkt.
Schnittstelle von KI und Kreislaufwirtschaft
Die Konferenz beleuchtete die zunehmende Verzahnung digitaler Technologien mit der Kreislaufwirtschaft. Künstliche Intelligenz entwickelt sich dabei von einer experimentellen Technologie zu einem Instrument mit industriellen Anwendungen. Neben technologischen Entwicklungen thematisierte die Veranstaltung auch Fragen der Datenverfügbarkeit, der Zusammenarbeit zwischen Disziplinen sowie der Integration digitaler Werkzeuge in industrielle Prozesse.
Der Austausch zwischen Softwareentwicklung, Materialwissenschaft, Industrie und Politik spielte eine zentrale Rolle. Ziel ist es, datenbasierte Entscheidungsprozesse zu stärken und neue Ansätze für zirkuläre Wertschöpfungssysteme zu entwickeln.
Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette
Das Programm war in fünf Themenbereiche gegliedert, die unterschiedliche Einsatzfelder künstlicher Intelligenz in der Kreislaufwirtschaft behandelten. Beiträge aus Industrie, Wissenschaft und Investment zeigten Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Materialentwicklung und Produktion über Recyclingprozesse bis hin zu datenbasierten Marktanalysen.
Praxisbeispiele aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen verdeutlichten, wie KI-gestützte Anwendungen bereits eingesetzt werden. Dazu gehören digitale Zwillinge und vorausschauende Wartung in der industriellen Produktion sowie Systeme zur Echtzeit-Optimierung von Prozessen. In der Materialforschung unterstützen Machine-Learning-Modelle die Entwicklung neuer Katalysatoren, Polymere und biobasierter Materialien.
Auch im Recycling kommen datenbasierte Technologien zum Einsatz. KI-gestützte Sortiersysteme, hyperspektrale Bildgebung und digitale Plattformen ermöglichen eine präzisere Analyse von Stoffströmen und unterstützen die Verbesserung der Rohstoffqualität für hochwertige Recyclingprozesse.
Bedeutung für erneuerbare Kohlenstoffsysteme
In mehreren Konferenzbeiträgen wurde die Rolle künstlicher Intelligenz für die Entwicklung erneuerbarer Kohlenstoffwertschöpfungsketten thematisiert. Anwendungen reichen von der beschleunigten Materialentwicklung über digitale Produktionsmodelle bis hin zur Optimierung von Lieferketten.
Durch datenbasierte Analysen lassen sich Innovationszyklen verkürzen und Ressourcen effizienter einsetzen. Gleichzeitig können KI-gestützte Systeme Entscheidungsprozesse in Industrieunternehmen unterstützen. Dies betrifft insbesondere den Übergang von fossilen Rohstoffen zu Materialien auf Basis von Biomasse, abgeschiedenem CO₂ und recycelten Stoffströmen.
Netzwerk aus Partnern und Medien
Die AI Circular Economy Conference 2026 wird von einem Netzwerk aus Industrieclustern, Forschungsorganisationen und Brancheninitiativen begleitet. Zu den strategischen Partnern zählen unter anderem CLIB – Cluster Industrial Biotechnology, das IBB Netzwerk, der Chemie-Cluster Bayern, C.A.R.M.E.N. e. V., die Renewable Carbon Initiative, kunststoffland NRW, das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen, der KI Bundesverband sowie CO₂ Value Europe.
Internationale Fachmedien unterstützten die Verbreitung der Konferenzergebnisse. Dazu gehören unter anderem Renewable Carbon News, Renewable Carbon Plastics Magazine, Plasticker, PETplanet, PIE – Plastics Information Europe, K-Zeitung, CHEManager und European Biotechnology Magazine.
Weitere Veranstaltungen geplant
Die Diskussion über den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kreislaufwirtschaft wird auf weiteren Fachkonferenzen des nova-Instituts fortgeführt. Dazu zählen die Carbon Capture & Utilisation Conference im April 2026 in Köln, die Renewable Materials Conference im September 2026 in Siegburg sowie die Advanced Recycling Conference im November 2026 in Köln.
Auf diesen Veranstaltungen stehen erneut Anwendungen digitaler Technologien, Dateninfrastrukturen und KI-gestützter Analysewerkzeuge im Fokus. Ziel ist es, den Einsatz datenbasierter Methoden zur Verbesserung der Ressourceneffizienz und zur Entwicklung zirkulärer Materialsysteme weiter zu untersuchen.







