Der langjährige Betriebsleiter Bernhard Lehle (62) wechselte auf eine neu geschaffene Position als Kommunal-Berater. Seine Aufgabe: Gemeinden für die Nutzung von Pyrolyseanlagen zur Wärmeversorgung zu gewinnen.
Ihm folgen als stellvertretende Betriebsleiter Philipp Brandenburger (30) in Göppingen und Sebastian Kauderer (31) am Standort Eislingen. Zudem erhielt Steffen Maier (45) Prokura und agiert nun als Vertriebsleiter, Sandra Knoblauch (43) ergänzt als Teamleiterin den Führungskreis. Die übergeordnete Position des Bereichsleiters Betriebe ist bereits seit zwei Jahren mit Wolfgang Fritsch (62) besetzt.
Das neue Geschäftsfeld kommunale Wärmenetze soll künftig bundesweit Umsatz generieren. Wie aktuell im benachbarten Eislingen und im rheinhessischen Ingelheim entwickelt die Firmengruppe auch für andere Gemeinden Konzepte für CO2-neutrale Wärmeversorgung. Das Modell: Die Firma betreibt Pyrolyse-Anlagen, auf denen sie Pflanzenkohle produziert und die dabei entstehende Wärme an kommunale Quartiere oder Stadtteile liefert.
„Der Vorteil ist, dass wir die Wärme günstig abgeben können, wodurch die Kommunen Energiekosten sparen“, erläutert Lehle. Durch den Ersatz fossiler durch biogene Brennstoffe leisten die Kommunen zudem einen positiven Beitrag zu ihren Klimabilanzen. Die Pflanzenkohle ist ein verkaufsfähiges Nebenprodukt, das überwiegend in der Landwirtschaft und in Erdenbetrieben eingesetzt wird.
Die Nachfrage ist bereits jetzt größer als die Produktion: Die drei bestehenden Anlagen sind ausverkauft. Die Jahresproduktion liegt aktuell bei 800 Tonnen. Fremdmengen müssen zugekauft werden. Parallel erschließt das Unternehmen den Markt für Schwammstädte, bei denen Pflanzenkohle zur Wasserspeicherung eingesetzt wird.
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die Firmengruppe „seitwärts“, wie Schwarz sagt. Der Umsatz lag bei knapp 46 Millionen Euro, etwa 1,3 Millionen niedriger als im Vorjahr. Bei der Abfallentsorgung, dem Kerngeschäft, sinke das regionale Aufkommen seit Jahren. Grund ist die Deindustrialisierung im Filstal.
Preiserhöhungen dienen lediglich dazu, gestiegene Fremdkosten weiterzugeben – allen voran die CO2-Abgabe, die dieses Jahr von 55 auf 65 Euro pro Tonne ansteigt – und 2027 auf 85 Euro. Die Prognose für das laufende Jahr: weitere Stabilisierung auf niedrigem Niveau und Aufräumarbeiten bei unrentablen Geschäften.
Umso wichtiger werden die neuen Geschäftsfelder. Neben der kommunalen Wärmeplanung läuft das Wasserstoff-Projekt GHT weiter, das mittlerweile auch Kunststoffabfälle aufspalten kann.







