Damit erhält das sechsköpfige Team eine Förderung von über einer Million Euro durch die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) für ein Jahr. Ziel ist die Erprobung und Weiterentwicklung eines Verfahrens zur Rückgewinnung von Technologiemetallen aus Elektroschrott. Bei erfolgreicher Evaluierung kann das Projekt in die nächste Phase des dreistufigen Innovationswettbewerbs übergehen.
Kritische und technologisch relevante Metalle wie Seltene Erden, Tantal oder Gallium sind zentrale Bestandteile moderner Elektronik- und Hightech-Anwendungen. Gleichzeitig gelten ihre Lieferketten als störanfällig, unter anderem durch geopolitische Abhängigkeiten. Recycling wird daher zunehmend als strategischer Rohstoffpfad betrachtet. Dennoch liegen die Recyclingquoten vieler Technologiemetalle bislang auf niedrigem Niveau. Allein in der Europäischen Union fallen jährlich mehr als fünf Millionen Tonnen Elektroschrott an, aus denen bislang nur geringe Mengen kritischer Rohstoffe zurückgewonnen werden. Ursache sind häufig fehlende oder wirtschaftlich nicht tragfähige Aufbereitungstechnologien.
Das HIF-Team hat einen dreistufigen Prozess entwickelt, der mechanische, physikalische und magnetische Trennverfahren kombiniert. Zunächst wird der Elektroschrott zerkleinert und in Kunststoff- und Metallfraktionen separiert. In einem zweiten Schritt kommt die Flotation zum Einsatz, um metallhaltige Partikel weiter zu konzentrieren. Dabei werden fein gemahlene Partikel in einer Flüssigkeit durch Gasblasen selektiv an die Oberfläche transportiert und als Schaumschicht abgeschöpft. Die eingesetzten Reagenzien sind biologisch abbaubar. In dieser Prozessstufe lassen sich unter anderem Kupfer, Gold, Zinn und Palladium anreichern.
Die dritte Prozessstufe bildet das am HIF entwickelte magnetische Trennverfahren MAGSEL, für das eine Patentanmeldung vorliegt. Es dient insbesondere der Abtrennung kritischer Rohstoffe wie Seltener Erden aus komplexen Stoffströmen. Das Verfahren arbeitet ohne den Einsatz toxischer Chemikalien und ist auf unterschiedliche Materialzusammensetzungen anpassbar.
Die SPRIND Tech Metal Transformation Challenge wurde im August 2025 ausgeschrieben und richtet sich an Forschungs- und Entwicklungsteams mit neuen Ansätzen zur Rückgewinnung kritischer Metalle aus komplexen Abfallströmen. Aus mehr als 60 Bewerbungen wählte eine internationale Fachjury im Dezember 2025 acht Teams für die erste Wettbewerbsphase aus, darunter das Projekt des HIF. In der aktuellen Förderphase entwickelt das Team sein Verfahren weiter und bereitet die Umsetzung in einem integrierten Prototypensystem vor. Nach jeder einjährigen Wettbewerbsstufe erfolgt eine Bewertung der erzielten Ergebnisse, auf deren Basis über den Übergang in die nächste Phase entschieden wird.







