Schrottwirtschaft muss sich im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld behaupten

Die jüngsten Entwicklungen in der internationalen Schrott- und Stahlindustrie haben verdeutlicht, wie schwierig die wirtschaftliche Lage und wie groß die unternehmerischen Herausforderungen sind.
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Das machte Sebastian Will, Mitglied im geschäftsführenden bvse-Präsidium, in seiner Rede auf dem 18. Forum Schrott in Düsseldorf deutlich.

Will berichtete, dass weltweit kein signifikantes Wachstum festzustellen ist. Das ist auch kein Wunder bei den vielen Konflikten, die momentan in der Welt ausgetragen werden. Allen voran ist der brutale russische Angriffskrieg auf die Ukraine zu nennen und der militärische Konflikt im Nahen-Osten. „Wir sehen, die Zeiten werden nicht einfacher. Es besteht ein Wirtschaftswirrwarr und momentan gibt es keine nennenswerten konjunkturellen Impulse; wir können lediglich von der Hand in den Mund leben“, erklärte Sebastian Will.

Das spiegelt sich auch in harten Zahlen wider. Im Jahr 2023 verzeichnete die Stahlindustrie einen Rückgang von 3,9 Prozent in der Rohstahlproduktion im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen war die Elektrostahlproduktion, die ihren Tiefpunkt mit lediglich 9,8 Mio. Tonnen erreichte und die Produktion aus dem Jahr der Finanzkrise 2009 nochmals unterschritt. Damals lag die hergestellte Tonnage über die Elektrostahlroute bei 11,3 Mio. Tonnen. In Europa sank die Stahlproduktion um 7,3 Prozent auf 126,4 Mio. Tonnen und damit deutlich stärker ab, als auf dem deutschen Inlandsmarkt.

Nicht zuletzt deshalb verzeichnet der deutsche Schrotthandel einen Netto-Export-Überschuss von 4,385 Mio. Tonnen Schrott, eine Zunahme von 24,8 Prozent. Der Netto-Export-Überschuss in der EU 27 kletterte um 14,5 Prozent auf nahezu 15 Mio. Tonnen. Diese gewaltigen Exportüberschüsse zeigen wiederum deutlich auf, wie enorm wichtig der internationale Handel als entscheidendes Ventil für die Materialaufbereitung ist.

Umsetzung der Transformation in schwierigen Zeiten

Die Stahlindustrie besitzt den größten Anteil an Treibhausgasemissionen mit rund 30 Prozent der industriellen Emissionen und rund 6 Prozent der Gesamtemission in Deutschland. Die deutschen Hüttenwerke stehen daher vor der Herausforderung, ihre Produktion klimaneutraler zu gestalten. Die Stahlindustrie investiert daher massiv in die Modernisierung ihrer Produktionsstätten, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Will: „Die Stahlwerke profitieren von erheblichen staatlichen Zuschüssen zur Realisation der Transformation hin zu einer klimaneutralen Produktion. Die Medien berichten über immer neue gigantische Förderzusagen für die Stahlwerke. Doch trotz dieser milliardenschweren Subventionen hat erst kürzlich ein großer Stahlhersteller angekündigt, die Produktionskapazitäten um 23 Prozent zu kürzen.“

Von der Politik wird dabei ganz offensichtlich nicht wahrgenommen, dass die Schrottwirtschaft eine entscheidende Rolle spielt, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, hieß es in Düsseldorf. Nur durch die Erhöhung des Schrottanteils bei der Stahlherstellung könne eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft realisiert werden. Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung hat daher das „GREEN SCRAP“ Symbol eingeführt, um den Beitrag der Schrottwirtschaft zur klimaneutralen Produktion hervorzuheben. Dieses Symbol steht für den geschlossenen, grünen Kreislauf, der es ermöglicht, grünen Stahl herzustellen.

„Die Herausforderungen sind groß, aber mit gemeinsamen Anstrengungen und innovativen Lösungen können wir die Transformation der Schrottwirtschaft vorantreiben und einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz leisten. Nur mit einer verstärkten Nutzung von grünem Schrott können wir eine nachhaltige Zukunft für die Stahlindustrie gestalten“, betonte Will abschließend.

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