Neue Papiersortierung in England

Nach intensiver Vorbereitung baut Palm Paper in King`s Lynn, nordöstlich von London, direkt neben der bestehenden Papierfabrik eine neue Papiersortieranlage zur Herstellung von Deinking-Altpapier.

Die Sortieranlage ist ausgelegt, um rund 200.000 Tonnen haushaltnah erfasstes Altpapier pro Jahr aufzubereiten. Für die Planung und den Bau der Sortieranlage hat sich Palm für Entsorgungstechnik Bavaria entschieden.

Zielsetzung der Anlage sei neben einer konstant gleichbleibend hohe End-Qualität eine optimale Effizienz und ein vollautomatischer Sortierbetrieb. Um die optimale Anlagenkonfiguration für eine effiziente Sortieranlage zielgerichtet abgestimmt auf das zur Verfügung gestellte Inputmaterial, zu definieren, haben die Papierfabrik Palm gemeinsam mit Entsorgungstechnik Bavaria bereits im Vorfeld auf mehreren Papiersortieranlagen Versuche mit englischer Altpapiersammelware gefahren. Dabei ging es im Wesentlichen um die Zusammensetzung des Inputmaterials, Störstofferkennung und automatische Aussortierung von Fremdstoffen, um den höchstmöglichen Anteil an weißem bzw. deinkbarem Papier in hoher Reinheit aus dem Inputstrom zu generieren. Die besondere Herausforderung bestand darin, trotz schlechteren Inputmaterials als es in Deutschland üblich ist, eine vergleichbar gute Endqualität zu erzielen.

Ausgestattet wird die Anlage mit modernster Sortiertechnik. Dazu gehört zu Beginn der Aufbereitungslinie wie in vielen Anlagen ein Bavaria-Dosierbunker. Dieser gewährleistet eine kontinuierliche und gut vereinzelte Materialausbringung für den weiteren Sortierbetrieb. Je gleichmäßiger der Materialstrom auf die Förderbänder verteilt wird, desto besser ist das Sortierergebnis auf den nachfolgenden Sortieraggregaten.

Im Bereich der Grob- und Feinabsiebung setzt man bei Palm auf die seit Jahren in der Papiersortierung bewährten BHS- Scheibensiebe. Selbst bei hohen Durchsatzmengen sind diese Maschinen durch die eingesetzte Siebtechnologie sehr kompakt und gewährleisten hervorragende Siebergebnisse. Für eine hohe Endqualität sorgt die neueste Generation an Nahinfrarotmaschinen de r Baureihe Redwave „2i“. Über das kombinierte visuelle und Nahinfrarot-Erkennungssystem können graue, braune und bedruckte Kartonagen sowie papierfremde Stoffe erkannt und mittels Druckluft aus dem Deinkingstrom sortiert werden.

Die Sortieranlage kommt ohne die üblichen Handsortierkräfte aus. Um dies zu realisieren hat BAVARIA gemeinsam mit der Papiertechnischen Stiftung pts und in Zusammenarbeit mit dem Nahinfrarotmaschinen-Hersteller Redwave das Prozessoptimierungs-System MAX POS entwickelt.
Das heißt, es erfolgt eine permanente Qualitätsüberwachung- und Optimierung während des gesamten Sortierprozesses durch Echtzeit-Monitoring.

Das Online-Monitoring sammelt Echtzeit-Information über Materialdaten, Sortierparameter und den aktuellen Qualitätsstatus. Durch die automatische Information über Veränderungen in der Materialzusammensetzung und Bandbelegung erfolgt ein Frühwarnung. Belastbare Daten über Material, Anlage, Prozesse und Einflussfaktoren sowie Aufzeichnung von Statistiken und Trends geben dem Betreiber eine Handlungsunterstützung im Betriebsablauf und langfristig eine größere Handlungssicherheit. Dies führt zu einer nachhaltigen Effizienzsteigerung und höchster Ergebnis-Sicherheit.

Gegen einen eventuellen Staubanfall ist die Anlage mit einer hochmodernen Entstaubungsanlage ausgerüstet. Absaugstellen sind an allen neuralgischen Punkten vorgesehen. Die Transportluft der Entstaubungsanlage wird in einem Reinluft-Filter abgereinigt und mit einer Sauberkeit von 99,8% in die Sortierhalle zurückgeführt. Diese Maßnahme zur Staubreduzierung dient nicht nur der Erhöhung der Arbeitsqualität sondern auch zur Vorbeugung von Brandgefahren. Für zusätzliche Betriebssicherheit sorgt eine Online-Überwachung der Aggregatszustände wie z.B. eine Lagertemperaturüberwachung. Neben dem positivem Effekt der vorbeugenden Wartung erhöht dies die Brandschutzvorsorge.

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