UBA: Digitalisierung kann Konsum nachhaltiger machen

Personalisierte Werbung, Instant-Lieferungen, virtuelle Einkaufsassistenten und kontaktloses Bezahlen: Konsum und Digitalisierung sind mittlerweile eng verbunden. Ob dies zu steigenden Umweltbelastungen führt, ist laut eines Berichts des Umweltbundesamtes (UBA) derzeit noch offen.
Rainer Sturm, pixelio.de

Die Analyse zeige jedoch, dass die Digitalisierung gute Chancen bietet, Ressourcen effizienter zu nutzen, zum Beispiel durch Second-Hand-Plattformen oder sogenannte „Grüne Apps“. Die Umweltpolitik müsse derartige nachhaltige Entwicklungen stärker unterstützen und kommunizieren.

Die Digitalisierung verändert die Art wie wir arbeiten, produzieren, kommunizieren, aber auch, wie wir konsumieren. Smarte Bestellmöglichkeiten können Kauf-, Zahlungs- und Liefervorgänge mit nur einem Tastendruck oder per Sprachkommando auslösen. Neue Logistikverfahren ermöglichen Sofort-Lieferungen am selben Tag und digitale Bezahlverfahren beschleunigen und vereinfachen Kaufvorgänge.

Eine Analyse des UBA zeige, dass Online-Bestellungen auf dem Land oft CO2 -Emissionen einsparen. Begründung: Die Sammlung vieler Sendungen durch die Post ersetz die einzelnen Einkaufsfahrten der Konsumenten. Anders sehe es aus bei Sofort-Lieferdiensten wie Instant-Lieferung oder Same-Day-Lieferung. Diese verursachten vergleichsweise hohe CO 2 -Emissionen, denn die Sendungen könnten nicht mehr gesammelt ausgeliefert werden.

Personalisierte Werbung stärke die Einflussmöglichkeiten der Händler und Hersteller. Durch Produktplatzierungen, virale Kampagnen und Produktbewertungen würden Kaufentscheidungen gefördert, die auf eine Steigerung des Konsums ausgerichtet seien. Zugleich könnedurch die große Reichweite der digital aktiven Konsumenten über Social Media und Bewertungswebsites verstärkt Druck auf Hersteller ausgeübt werden, sich umweltfreundlicher aufzustellen, etwa auf Plastikverpackungen zu verzichten oder langlebigere Produkte zu produzieren.

Vor allem grüne Apps und Websites böten große Chancen, nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen, existierende Güter länger oder effizienter zu nutzen und so Umweltbelastungen zu verringern: Über manche Apps reiche ein Scan des Barcodes aus, um sich über die Schadstoffe in Produkten oder ihre Produktionsweise zu informieren. Bei manchen könnten gebrauchte Kleidungsstücke gehandelt, getauscht oder verschenkt werden. Es gebe Apps, um Mitfahrgelegenheit zu finden oder per App übriges Brot vom Bäcker zu holen, das normalerweise der Lebensmittelverschwendung zum Opfer fiele.

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