Die Studie wurde im Auftrag des europäischen Behälterglasverbands FEVE durchgeführt und operativ durch Mitgliedsunternehmen der FERVER unterstützt.
Ziel der Untersuchung war es, den Mindestwert der Lichttransmission zu bestimmen, ab dem opake Glasscherben von den in europäischen Altglas-Aufbereitungsanlagen eingesetzten optischen Sortiersystemen zuverlässig als Glas identifiziert werden können. Grundlage hierfür bildeten umfangreiche Labormessungen sowie industrielle Versuche unter realen Betriebsbedingungen. Die Ergebnisse geben einen detaillierten Überblick über die Leistungsfähigkeit der derzeit eingesetzten Sortiertechnik in Europa.
Die Auswertung zeigt, dass moderne optische Sortiersysteme opake Glasscherben mit einer durchschnittlichen Transmission von mehr als 2,5 Prozent im sichtbaren Lichtbereich sicher erkennen können. Die Messung erfolgte nach dem aktuell beim Europäischen Komitee für Normung entwickelten Opazitätsprotokoll unter Einbeziehung fachlicher Beiträge des International Technical Center for Bottling and Related Packaging. Damit liegt die tatsächlich erreichte Sortierleistung über den in mehreren nationalen Verpackungsgesetzen festgelegten Schwellenwerten, die die technischen Möglichkeiten der heutigen Altglasaufbereitung nur eingeschränkt abbilden.
Zur Absicherung der Ergebnisse führte die Stazione Sperimentale del Vetro industrielle Tests in neun Altglas-Aufbereitungsanlagen in verschiedenen europäischen Ländern durch. Insgesamt wurden 2.700 Kilogramm standardisierter Glasscherben aus unterschiedlichen Typen opaker Flaschen eingesetzt. Unter Einsatz verschiedener Sortiertechnologien wurden dabei die Ausschussraten für Keramik, Steine und Porzellan unter praxisnahen Bedingungen ermittelt.
Die Studienergebnisse fließen in die derzeit laufende Erarbeitung technischer Spezifikationen für die recyclinggerechte Gestaltung von Glasverpackungen ein, die im Rahmen der Normungsarbeit auf europäischer Ebene entwickelt werden. In diesen Prozess sind Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingebunden, darunter Glashersteller, Aufbereitungsanlagen, Abfüller sowie Zulieferer von Etiketten, Verschlüssen und Maschinen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung solcher Leitlinien ist erforderlich, um technische Fortschritte in Design, Sammlung, Sortierung und Recycling angemessen zu berücksichtigen.
Durch die Kombination aus industrieller Praxis und systematischer Analyse der Wertschöpfungskette leistet die Studie einen fachlichen Beitrag zur Ausgestaltung künftiger europäischer Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Glasverpackungen. Sie schafft damit eine belastbare technische Grundlage für regulatorische Entscheidungen und unterstützt die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft im europäischen Industriesektor.







