Ziel ist die Herstellung definierter Recyclingfraktionen für den Wiedereinsatz im Asphaltmischgut. Das Konzept ist Bestandteil des Maschinen- und Anlagenportfolios der Wirtgen Group, das die Prozessschritte vom Fräsen über die Aufbereitung bis zum Einbau abdeckt.
Der Anlagenzug besteht aus der Grobstücksiebanlage Mobiscreen MSS 502 EVO, dem Prallbrecher Mobirex MR 100 NEO sowie den Haldenbändern MBT 20 und MBT 24. Die Aufbereitung beginnt mit dem getrennten Ausbau der Asphaltdeck-, Binder- und Tragschichten. Das selektiv gewonnene Fräsgut wird der Siebanlage zugeführt. Vorab werden lagerungsbedingte Schollen mit Kantenlängen von mehr als 500 Millimetern zerkleinert. Die MSS 502 EVO verarbeitet Material im Bereich von 0 bis 120 Millimetern und trennt es in mehrere Fraktionen. Ein Teilstrom wird direkt als verwertbares Endprodukt mit hohem Bitumenanteil ausgeschleust. Mittelkornanteile werden über das Haldenband an der Brechereinheit vorbeigeführt und mit dem dort erzeugten Endkorn zusammengeführt. Das Überkorn gelangt in den Prallbrecher, wo es weiter zerkleinert und ebenfalls als definierte Fraktion ausgegeben wird. Auf diese Weise entstehen homogene Recyclingmaterialien mit abgestimmter Kornverteilung.
Der Anlagenzug erreicht eine Durchsatzleistung von bis zu 240 Tonnen pro Stunde. Nach der Zerkleinerung erfolgt die Trennung in die Endkörnungen 0 bis 11 Millimeter für Deck- und Binderschichten sowie 0 bis 22 Millimeter für Trag- und Binderschichten. Beide Fraktionen werden Asphaltmischanlagen zugeführt und dort mit hoher Zugaberate in neues Asphaltmischgut eingebunden. Die reduzierte Feinanteilbildung unterstützt die Einhaltung vorgegebener Sieblinien und technischer Regelwerke im Straßenbau.
Im praktischen Einsatz befindet sich der Anlagenzug beim Bauunternehmen Kutter im Raum Memmingen. Dort wird das Material direkt aus dem Rückbauprozess in die mobile Aufbereitung überführt. Die Anlagen sind auf wechselnde Baustellenbedingungen ausgelegt und können innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden. Wartungsrelevante Komponenten sind gut zugänglich. Das System „Lock & Turn Quick Access“ erleichtert die Öffnung des Brechers für Inspektion und Instandhaltung, wodurch Stillstandszeiten reduziert werden.
Ergänzend kommt die digitale Lösung Spective Connect zum Einsatz. Die Anwendung stellt Echtzeitdaten zu Kraftstoffverbrauch, Produktionsleistung, Auslastung und Störmeldungen bereit. Durch die gezielte Lokalisierung von Fehlerquellen lassen sich Unterbrechungen im laufenden Betrieb schneller beheben. Dies unterstützt eine kontinuierliche Prozessüberwachung im Asphaltrecycling und erhöht die Transparenz im Anlagenbetrieb.







