Nach zwei Brandereignissen im Jahr 2022, bei denen Teile der Anlage erheblich beschädigt wurden, übernahm Stadler die Neugestaltung und den Wiederaufbau der betroffenen Bereiche. Der Fokus lag auf der Erhöhung der Brandsicherheit, der Optimierung der Prozessstabilität und der Vorbereitung weiterer Automatisierungsschritte.
Die Anlage war ursprünglich 2021 geplant und in Betrieb genommen worden. Sie verarbeitet jährlich rund 120.000 Tonnen Leichtverpackungen aus den Dualen Systemen in Bremen und angrenzenden Bundesländern. Mit der Wiederinbetriebnahme Anfang 2025 erreicht der Standort erneut die vorgesehene Durchsatzleistung.
Der Wiederaufbau erfolgte unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen, da rund ein Drittel der Maschinenfläche zerstört war und zusätzliche Standschäden im Zuge der Versicherungsabwicklung auftraten. Stadler integrierte neue Sortiertechnik in die bestehende Gebäudestruktur und passte die Anlage an verschärfte Sicherheitsanforderungen an.
Ein wesentliches Element des neuen Anlagenlayouts ist die bauliche Trennung der ersten Klassifikationsschritte. Windsichtung, Magnetabscheidung und 2D-Flex-Sortierung wurden in eine separate Halle verlagert, um brandschutzrelevante Prozessstufen räumlich zu isolieren. Ergänzend wurden ein zusätzlicher Löschwassertank mit einem Volumen von 100 Kubikmetern sowie erweiterte Brandschutzsysteme mit Sprinklern und integrierten Löschleitungen installiert, unter anderem an der Siebtrommel.
Die überarbeiteten Anlagenteile verfügen über angepasste Materialflüsse, die frühere Engpässe reduzieren. Drei Siebtrommeln sind nun gegenüberliegend angeordnet, wodurch sich Wartungszugänge und Betriebsabläufe verbessern. Die Folienfraktion wird vollständig automatisiert sortiert. Eine zusätzliche Sortierstufe kann bei Bedarf in das bestehende Konzept integriert werden. Am Standort werden transparente LDPE- sowie Mischfolienfraktionen mit gleichbleibender Qualität erzeugt und der manuelle Eingriff reduziert.
Die Sortieranlage produziert weiterhin zwölf Monomaterialfraktionen, darunter PP, PET, PE, PS, Misch-Polyolefine, Papier, Pappe und Karton, Aluminium sowie weitere Verbundmaterialien. Das Anlagenkonzept ermöglicht zudem die spätere Integration einer automatisierten Batterierückführung, die Batterien im Materialstrom erkennt und ausschleust.







