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Ökobilanzen zeigen Vorteile erneuerbaren Kohlenstoffs

Erneuerbare kohlenstoffbasierte Materialien können den CO₂-Fußabdruck gegenüber fossilbasierten Alternativen deutlich reduzieren. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Renewable Carbon Initiative (RCI) hervor.
Ökobilanzen zeigen Vorteile erneuerbaren Kohlenstoffs
Vergleichende Analyse der Auswirkungen auf den Klimawandel anhand einer LCA-Fallstudie zu einwandigen PEF-Flaschen und mehrwandigen PET/PEF-Flaschen von Avantium im Vergleich zu ihren fossilen Pendants, Copyright: Renewable Carbon Initiative
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Die Studie trägt den Titel „Case Studies Based on Peer-reviewed Life Cycle Assessments – Carbon Footprints of Different Renewable Carbon-based Chemicals and Materials (Second, Extended Version)“ und wurde vom Nova Institut erarbeitet.

In der erweiterten zweiten Version stellt der Bericht elf Fallstudien vor, die auf extern geprüften Ökobilanzen (Life Cycle Assessments, LCA) basieren. Analysiert wird der CO₂-Fußabdruck ausgewählter Chemikalien und Materialien aus erneuerbarem Kohlenstoff im Vergleich zu fossilbasierten Referenzprodukten. Die betrachteten Fallstudien wurden von Mitgliedsunternehmen der RCI bereitgestellt.

Für die chemische Industrie und nachgelagerte Sektoren ist Kohlenstoff ein zentraler Rohstoff. Während im Energiesektor die Dekarbonisierung die Nutzung fossiler Energieträger reduziert, steht in kohlenstoffabhängigen Industrien vor allem die Defossilisierung im Fokus. Ziel ist es, den Eintrag von fossilem Kohlenstoff in industrielle Stoffströme und in die Atmosphäre zu vermeiden. Dafür werden Rohstoffquellen aus Biomasse, CO₂ sowie Recycling als Alternativen zu fossilen Kohlenstoffträgern diskutiert und zunehmend eingesetzt.

Für die Bewertung alternativer Produktionswege ist entscheidend, ob sie tatsächlich zu einer Senkung von Treibhausgasemissionen führen. Der Bericht verweist darauf, dass sich Vorteile nicht pauschal ableiten lassen, sondern vom Energiebedarf, von Prozessemissionen sowie vom jeweiligen technischen Stand und den Produktionsbedingungen abhängen. Vergleichbarkeit und Transparenz sind daher zentral, um belastbare Aussagen zum CO₂-Fußabdruck unterschiedlicher Verfahren treffen zu können.

Die ausgewerteten Ökobilanzen zeigen, dass bereits am Markt verfügbare Produkte aus erneuerbaren Kohlenstoffquellen gegenüber fossilbasierten Pendants eine Reduktion der Treibhausgasemissionen im Bereich von 30 bis 90 Prozent erreichen können. Die Fallstudien sollen damit eine Grundlage für Entscheidungen in Politik und Industrie liefern, insbesondere im Hinblick auf Investitionen in defossilisierte Wertschöpfungsketten und die Weiterentwicklung zirkulärer Kohlenstoffkreisläufe. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass weitere Potenziale zur Emissionsminderung bestehen, etwa durch den Einsatz erneuerbarer Prozessenergie, Effizienzsteigerungen und Skalierung.

Der Bericht ordnet die Ergebnisse auch im Kontext der Klimapolitik ein und betont die Bedeutung geschlossener Kohlenstoffkreisläufe. Demnach kann eine frühzeitige Reduktion fossiler Kohlenstoffeinträge langfristig den Bedarf an technisch und wirtschaftlich aufwendigen CO₂-Entnahmemethoden verringern. Erneuerbare Kohlenstoffquellen werden damit als Baustein zur Defossilisierung der chemischen Industrie beschrieben, insbesondere dort, wo Kohlenstoff als stofflicher Input weiterhin erforderlich bleibt.

Zum Bericht

Quelle: Nova Institut
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