Gebrauchte PET-Flaschen als wertvoller Rohstoff

Roter Teppich, elegantes Abendkleid: Die britische Schauspielerin Emma Watson bewies auf der diesjährigen MET-Gala, dass die passende Garderobe nicht immer aus Chiffon, Satin oder Tüll sein muss. Sie begeisterte mit einem schwarz-weißen Kleid von Calvin Klein, dessen Stoff zu 100 Prozent aus recycelten PET-Flaschen besteht.

Doch nicht nur Designer setzen auf den wertvollen Rohstoff. Recyceltes PET, auch rPET genannt, wird heutzutage in vielen Bereichen eingesetzt – von Kinderwagen über Rucksäcke bis hin zu Ziegelsteinen. Unsere Übersicht zeigt spannende und manchmal kuriose Einsatzgebiete von rPET.

Nachhaltige Tragesysteme von Chicobag
Von Einkaufstaschen, über Rucksäcke bis hin zu Tragesystemen für Flaschen: Das kalifornische Unternehmen Chicobag setzt voll und ganz auf Nachhaltigkeit – unter anderem mit seiner Linie rePETe. Alle rePETe-Produkte bestehen aus zertifiziertem Repreve-Stoff, der zu 100 Prozent aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wird. Auch Komponenten wie Karabiner, Schnüre und Kordelstopper sind aus Recyclingmaterial wie dem Kunststoff Polypropylen oder Aluminium.

Tchibo will die Weltmeere schützen
Mit seiner aktuellen Nachhaltigkeitskampagne „Time4green“ leistet Tchibo einen Beitrag zum Schutz der Umwelt und Weltmeere. Für seine neue Sportkollektion verwendet das Hamburger Unternehmen unter anderem recycelte PET-Flaschen als Ausgangsmaterial. So wird aus 17 alten Kunststoffflaschen beispielsweise eine ¾-Sporthose hergestellt. Zudem verkauft Tchibo Bademode aus recycelten Fischernetzen, die aus dem Meer gefischt wurden.

Non-Profit-Organisation baut Häuser aus alten PET-Flaschen
In Argentinien werden nur rund 15 Prozent der täglich entsorgten 12 Millionen PET-Flaschen recycelt. Eine Möglichkeit, die Flaschen sinnvoll zu verwerten, fanden die drei Freunde Fabian Saieg, Leandro Lima und Leandro Miguez. Ihre Non-profit-Organisation Fundación Ecoinclusión produziert verschiedene Baumaterialien, darunter einen Ziegelstein, der aus 20 recycelten PET-Flaschen –vermischt mit Zement– hergestellt wird. Ihre Produkte spendet die Fundación Ecoinclusión anschließend für den Bau von öffentlichen Gebäuden.

Bis zu 70 Prozent rPET-Anteil in Vöslauer-Flaschen
Vöslauer setzt bei der Produktion seiner eigenen Getränkeverpackungen recycelte PET-Flaschen ein. Bereits heute bestehen die PET-Flaschen bis zu einem Anteil von 70 Prozent aus recyceltem PET-Material. Diese hohe Quote will der Getränkehersteller weiter ausbauen. Bis 2025 sollen die Flaschen zu 100 Prozent aus recyceltem PET-Material bestehen. Damit sorgt Vöslauer bereits heute dafür, dass sich geschlossene Bottle-to-bottle-Kreisläufe durchsetzen. Die EU-Kommission sieht beispielsweise vor, dass 55 Prozent der Kunststoffverpackungsabfälle innerhalb Europas bis 2030 recycelt werden sollen. Durch den steigenden Einsatz recycelter PET-Flaschen verbessert sich das ökologische Profil der Kunststoffflaschen dabei von Jahr zu Jahr. In Deutschland besteht jede PET-Einwegflasche durchschnittlich zu mehr als 25 Prozent aus recycelten PET-Flaschen.

Mit recycelten PET-Flaschen auf dem Rücken unterwegs
Der Rucksack Cubik der Firma Pingpong bietet nicht nur ausreichend Platz für PET-Flaschen, sein Innenfutter und der Außenstoff sind auch zu 100 Prozent aus den Kunststoffflaschen hergestellt. Die kleine Version besteht aus 24, die mittlere aus 29 und die große aus 39 recycelten PET-Flaschen.

Kampf um den WM-Titel in nachhaltigen Trikots
Der Sportartikelhersteller Nike nutzt seit einigen Jahren recycelte PET-Flaschen zur Herstellung seiner Trikots für Nationalmannschaften. Bei der diesjährigen WM in Russland stattete das Unternehmen insgesamt neun Teilnehmer, darunter England, Brasilien und Polen, mit der nachhaltigen Sportbekleidung aus. Je nach Ausführung werden 12 oder 18 recycelte PET-Flaschen für die Produktion benötigt.

Funktionsjacke spart CO₂, Strom und Wasser
Zu 100 Prozent wasserfest, winddicht, recycelt und wiederum recycelbar: 32 alte PET-Flaschen benötigt der Membran-Hersteller Sympatex für die Produktion seiner Funktionsjacke 4.0. Die Ökobilanz der Jacke fällt gegenüber herkömmlicher Bekleidung nach eigenen Angaben deutlich besser aus: 32 Prozent CO2-Reduktion, 60 Prozent Energieeinsparung und 94 Prozent weniger Wasserverbrauch. Die Entwicklung der Funktionsjacke ist Teil der „Agenda 2020“ von Sympatex: Bis 2020 sollen alle Funktionstextilien aus 100 Prozent Recyclingmaterial bestehen und komplett schadstofffrei und recycelbar sein.

Kultlogo auf Recyclingtasche
Wer schon immer Postbote spielen wollte, kann sich diesen Traum mit der rPET-Tasche der Deutschen Post erfüllen. Die gelbe Tasche mit Posthornaufdruck besteht zu circa 80 Prozent aus recycelten PET-Flaschen. Für jede 140 Gramm leichte Tasche werden zwei PET-Flaschen wiederverwertet.

3D-Drucken mit Rezyklat
3D-Drucker haben in den vergangenen Jahren in der Industrie stark an Bedeutung gewonnen. Die Anzahl an Rohmaterialen ist groß, ein Großteil der Unternehmen setzt dabei Kunststoffe ein. Auch das argentinische Startup B-Pet vertraut auf Kunststoff – und zwar in Form von recycelten PET-Flaschen. Diese werden als Ausgangsmaterial für die Herstellung von 3D-Filament benutzt. Filamente sind thermoplastische Kunststoffe, die in Drahtform auf Spulen konfektioniert beim 3D-Drucken zum Einsatz kommen.

Modularer Kinderwagen mit wiederverwertbaren Komponenten
Für den Kinderwagen Fox setzt Bugaboo nach eigenen Angaben auf Nachhaltigkeit. Das Design ist modular gestaltet, so dass einige Teile des Bugaboo unkompliziert durch andere oder neue ausgetauscht werden können. Diese Komponenten bestehen aus recycelten PET-Flaschen und sind komplett wiederverwertbar.

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