Kritische Inhaltsstoffe aus Altpapier extrahieren

Die TU Darmstadt untersucht in Kooperation mit dem SKZ in Würzburg im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsprojekts die Extraktion von kritischen Inhaltsstoffen aus Altpapier durch eine in der Kunststoffbranche übliche kontinuierliche Prozessführung mittels Extruder.
Joujou, pixelio.de

Altpapier ist in Deutschland der wichtigste Rohstoff zur Herstellung von Papier- und Kartonprodukten. Im Vergleich zur Herstellung aus Frischfasern werden hierdurch deutlich weniger Wasser, Holz und Energie eingesetzt, wodurch diese Ressourcen geschont und die Nachhaltigkeit verbessert wird. Durch den Einsatz von Altpapier können jedoch auch kritische Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Mineralöle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Bisphenol A, Pentachlorphenol (PCP), Phthalate und Diisopropylnaphthalin (DIPN) in den Papierkreislauf eingetragen werden. Insbesondere bei Lebensmittelverpackungen dürfen einige dieser Stoffe bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten, da eine Migration der Stoffe aus den hergestellten altpapierhaltigen Produkten in das verpackte Lebensmittel stattfinden kann.

Die TU Darmstadt untersucht aus diesem Grund in Kooperation mit dem SKZ in Würzburg im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsprojekts die Extraktion von kritischen Inhaltsstoffen aus Altpapier durch eine in der Kunststoffbranche übliche kontinuierliche Prozessführung mittels Extruder. Ziel ist die Entwicklung eines effizienten Verfahrens für die Papier- und papierverarbeitende Industrie basierend auf einer Extraktion mittels überkritischem CO2 (scCO2).

Das Verfahren konnte bereits batchweise im Labormaßstab an der TU Darmstadt mit sehr guten Ergebnissen verifiziert werden. Mit Hilfe der am SKZ vorhandenen, umfangreichen Ausstattung an Extrusionstechnik wird nun die entsprechende Verfahrenstechnik für eine kontinuierliche Extraktion der problematischen Inhaltsstoffe aus dem Altpapier entwickelt. Die papiertechnologischen Eigenschaften der Produkte werden hierbei ebenso berücksichtigt wie die Messung der kritischen Inhaltsstoffe vor und nach der Extraktion.

Zahlreiche namhafte Firmen aus der Papierindustrie sowie Extruder- und Peripheriegerätehersteller unterstützen die TU Darmstadt und das SKZ bei den Untersuchungen.

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