Potenzial für internationale Recyclingprojekte ist nicht ausgeschöpft

Das bifa Umweltinstitut (bifa) hat eine Stellungnahme zur Durchführung von CDM-Projekten im Bereich Recycling abgegeben. Die Weltbank hatte zuvor eine Recycling-Methodik entworfen und als Vorschlag beim UN-Klimasekretariat eingereicht. Nach Einschätzung von bifa wird beim Weltbank-Vorschlag das Potenzial von Recyclingprojekten nicht ausgeschöpft.

Die internationalen Klimaschutzprojekte im Rahmen des Kyoto-Protokolls, sogenannte CDM Projekte (Clean Development Mechanism), haben laut bifa in den letzten Jahren als alternative Quelle für Treibhausgasemissionsrechte zunehmend an Bedeutung gewonnen. Für den Bereich Recycling existierten bisher keine international geltenden Richtlinien. Die Weltbank habe daher eine Recycling-Methodik entworfen und als Vorschlag (SSC-NM043) beim UN-Klimasekretariat eingereicht. Mit diesem sollen sich zukünftig Projekte zur Wiederverwertung der Kunststoffe HDPE und LDPE bilanzieren lassen. Der Entwurf stand zur externen Bewertung offen und werde nun auf Basis der eingegangenen Stellungnahmen von den zuständigen Gremien des Klimasekretariates abschließend bewertet.

„Wir begrüßen den Vorstoß der Weltbank, jedoch geht uns dieser Vorschlag nicht weit genug. Wir haben deshalb bereits Vorschläge zur Optimierung der Methodik eingereicht“, so Wolfgang Rommel, Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts. Nach Einschätzung von bifa wird beim Weltbank-Vorschlag das Potenzial von Recyclingprojekten nicht ausgeschöpft. Die im bislang vorliegenden Entwurf angeführten THG-Einsparpotenziale müssen nach Meinung von bifa „nach oben“ korrigiert werden, um den Erkenntnissen aus ökobilanziellen Betrachtungen besser Rechenschaft zu tragen. Dies würde die Attraktivität der Methodik anheben und wäre dann zur effektiven, weltweiten Förderung von Recyclingaktivitäten geeignet.

Durch einen engen Dialog mit dem Klimasekretariat erhofft sich das bifa eine Lösung, die der Umwelt und der Recyclingwirtschaft gerecht wird.

Emissionsreduktionszertifikate – und damit auch die CER/ERU Mengen, die aus einem CDM/JI-Projekt erwartet werden können – müssen auf Basis einer UN-seitig genehmigten Methodik berechnet werden (so genannte „Baseline-Berechnung“). Daher ist die Existenz einer genehmigten Methodik Voraussetzung für die Anmeldung einer CDM/JI-Projektaktivität. Das UN-Klimasekretariat setzt Rahmenbedingungen und Regeln für CDM-Projekte fest und berücksichtigt dabei Vorschläge von Experten zur Verbesserung der Bilanzierungsmethodiken.

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