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KUMAS diskutiert EU-Umweltpolitik

Beim Kaminabend des KUMAS kamen Ende Januar im Landratsamt Augsburg rund 30 Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um die Entwicklung und aktuelle Ausrichtung der europäischen Umweltgesetzgebung zu erörtern.
KUMAS diskutiert EU-Umweltpolitik
Das Podium des KUMAS-Kaminabends 2026: Herwig Leiter, Thomas Nieborowsky, Prof. Dr. Kiran Klaus Patel, Frieda Ottmann, Markus Ferber, Dr. Marc Lucassen (v.l.n.r.) Copyright: KUMAS
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Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen der Europäischen Union auf Unternehmen und Märkte auswirken.

Prof. Dr. Kiran Klaus Patel und Frieda Ottmann von der Ludwig-Maximilians-Universität München stellten Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Geschichte der europäischen Umweltpolitik seit den 1970er Jahren vor. Die Untersuchung zeigt, dass die institutionellen und politischen Rahmenbedingungen der Europäischen Union zu einer Vielzahl komplexer und teils fragmentierter Regulierungen geführt haben. Während die europäische Umweltpolitik neben dem Umweltschutz stets auch die Stärkung des Binnenmarktes verfolgte, wird die zunehmende Regulierungsdichte von Teilen der Wirtschaft als Belastung wahrgenommen. Das breit angelegte Instrumentarium der Umweltgesetzgebung trägt zwar zur Umsetzung anspruchsvoller Umweltziele bei, stößt jedoch aufgrund umfangreicher Abstimmungsprozesse zwischen 27 Mitgliedstaaten auf Akzeptanzprobleme in der betrieblichen Praxis.

Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments verwies auf laufende Gesetzgebungsverfahren wie die geplante Green-Claims-Richtlinie und stellte eine stärkere Orientierung an wettbewerblichen Aspekten in Aussicht. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass Kompromissfindungen zwischen den Mitgliedstaaten regelmäßig zu komplexen Regelungstexten führen. Die Kritik an umfangreichen Berichts- und Dokumentationspflichten sei nachvollziehbar, insbesondere vor dem Hintergrund zusätzlicher nationaler Auslegungsspielräume bei der Umsetzung von EU-Richtlinien. Ziel müsse jedoch eine Vereinfachung und bessere Anwendbarkeit der Vorschriften sein, ohne bestehende Umweltstandards grundsätzlich in Frage zu stellen.

Aus Sicht der regionalen Wirtschaft wurde deutlich, dass Umwelt- und Klimaschutz weiterhin als zentrale Handlungsfelder betrachtet werden. Gleichzeitig steigt der Aufwand zur Erfüllung europäischer Vorgaben, insbesondere dort, wo komplexe Nachweis- und Dokumentationspflichten bestehen. Kleine und mittlere Unternehmen stehen dabei vor besonderen Herausforderungen, da personelle und zeitliche Ressourcen häufig begrenzt sind, wie Dr. Marc Lucassen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, ausführte. Eine praktikable Ausgestaltung der Umweltgesetzgebung gilt als Voraussetzung, um sowohl Umweltziele als auch Wettbewerbsfähigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu sichern.

Im Ergebnis wurde betont, dass europäische Umweltgesetzgebung auf Umsetzbarkeit und Akzeptanz in Produktion, Anlagenbetrieb, Verwaltung und Markt ausgerichtet sein muss. Eine enge Abstimmung zwischen Unternehmen, Genehmigungsbehörden und Politik wird als wesentliche Voraussetzung für die Wirksamkeit der Regulierung betrachtet.

Quelle: KUMAS
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