Vor dem Hintergrund planetarer Grenzen und ambitionierter Klimaziele analysiert das Forschungsteam die strukturellen und politischen Rahmenbedingungen für suffizienzorientiertes Handeln. Suffizienz wird dabei als strategische Ausrichtung verstanden, die nicht auf Wachstum und Mehrverbrauch abzielt, sondern auf eine bedarfsgerechte Nutzung von Ressourcen. Der Ansatz betrifft zentrale Handlungsfelder der Kommunen, darunter Verkehr, Gebäudeentwicklung und Konsum.
Anhand ausgewählter Praxisbeispiele zeigt die Untersuchung, dass zahlreiche Kommunen bereits Maßnahmen umsetzen, die sich dem Suffizienzgedanken zuordnen lassen. Dazu zählen autoreduzierte Quartierskonzepte, flächensparende Innenentwicklung sowie Strategien zur Abfallvermeidung. Diese Ansätze wirken sich auf verschiedene kommunale Zielgrößen aus, etwa auf Flächeneffizienz, Verkehrssicherheit, Aufenthaltsqualität und soziale Teilhabe. Gleichzeitig können sie zur Reduzierung kommunaler Ausgaben beitragen und neue Wohn- und Mobilitätsangebote unterstützen.
Das Policy Paper verweist darauf, dass Suffizienz in politischen Debatten häufig kontrovers diskutiert wird und mit Einschränkung oder Postwachstumsansätzen gleichgesetzt wird. Die Analyse zeigt jedoch, dass Akzeptanz auf kommunaler Ebene insbesondere dann steigt, wenn Maßnahmen konkrete Vorteile für die Bevölkerung vor Ort erkennbar machen. In diesem Zusammenhang gewinnen Kosten-Nutzen-Argumentationen sowie die Verknüpfung ökologischer und sozialer Effekte an Bedeutung.
Für eine stärkere Verankerung des Prinzips empfiehlt das Difu eine strukturelle Integration von Suffizienz in kommunale Strategien und Verwaltungsprozesse. Dazu gehören eine systematische Berücksichtigung in Planungsinstrumenten, eine konsistente Kommunikation der Wirkungen sowie die Unterstützung lokaler Netzwerke. Kommunen verfügen demnach über relevante Steuerungsinstrumente, um suffizienzorientierte Ansätze als Bestandteil einer nachhaltigen Transformation in der Stadt- und Regionalentwicklung zu etablieren.







