Gummigranulat aus Altreifen

Recyceltes Gummigranulat aus Altreifen trägt dazu bei, Abfälle zu vermeiden, natürliche Ressourcen zu schonen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Jede Tonne Altreifen, die stofflich verwertet (und nicht verbrannt wird) spart 700 kg CO2-Emissionen ein, hat die Initiative New Life berechnet.
Aus Altreifen recyceltes Gummigranulat wird in verschiedenen Qualitäten und Körnungen hergestellt. (Quelle: Genan)

Der mehrstufige Aufbereitungsprozess des Gummigranulats (englisch End-of-Life-Tyres = ELT) beginnt nach Angaben der Initiative New Life mit einer Sichtprüfung jener Altreifen, die nicht mehr wiederverwendet oder runderneuert werden können. Für die stoffliche Verwertung geeignete Reifen werden in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegt: rund 75 Prozent Gummi, rund 15 Prozent Reifendraht und etwa zehn Prozent Textilfaser.

Im ersten Schritt werden die Altreifen von einem Schredder in handtellergroße Stücke zerrissen. Anschließend zerkleinern Messer das robuste Rohmaterial so stark, dass mit Hilfe von Magneten der Reifendraht entfernt werden kann. Erst danach gehen die Gummichips in die sogenannte Feingranulierung. Hier entsteht das ELT, das in verschiedenen Qualitäten und Körnungen hergestellt werden kann.

Der wiedergewonnene, vielseitig einsetzbare Recycling-Werkstoff wird von innovativen Unternehmen zu einer großen Bandbreite an Produkten verarbeitet. Diese bestehen zu über 90 Prozent aus recycelten Gummi- und Kautschukmaterialien. Das Spektrum reicht von elastischen Bodenbelägen für Spielplätze, Terrassen und Sportplätze über Bauschutzmatten für Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen bis hin zu Einstreugranulat für Kunstrasen. Die ELT der New-Life-Partner stammen aus Altreifen mit EU-Ursprung. Dadurch wird sichergestellt, dass die Granulate mit der REACH-Verordnung übereinstimmen.

Die stoffliche Verwertung von Altreifen zu ELT beschreibt New Life als nachhaltig. Jeder Altreifen, der den umweltverträglichen Recycling-Prozess durchläuft, trage zur Müllvermeidung, Ressourcenschonung und Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Wo viele Primärrohstoffe über tausende Kilometer befördert werden müssen, sind die Transportwege von Altreifen und ELT vergleichsweise kurz, woraus zusätzliche ökonomische und ökologische Vorteile resultieren.

Die kurzen wirtschaftlichen Kreisläufe reduzieren die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen. Zudem findet ein Großteil der Wertschöpfung in Deutschland statt. Die stoffliche Verwertung von Altreifen zu ELT schafft hunderte qualifizierte Arbeitsplätze in der Bundesrepublik, was zu entsprechenden Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträgen führt.

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