Schwarz-Gruppe testet chemisches Recycling

Die Schwarz-Gruppe hat sich im Rahmen ihrer Plastikstrategie REset Plastic zum Ziel gesetzt, alle Kunststoffverpackungen der Lidl- und Kaufland-Eigenmarken bis 2025 maximal recyclingfähig zu machen sowie 20 Prozent Plastik einzusparen.

Im Handlungsfeld REcycle beschäftige sich PreZero, die Umweltsparte der Schwarz Gruppe, mit Verpackungen und verschiedenen Formen des Recyclings. „Unser Ziel ist es, Wertstoffkreisläufe zu schließen und Ressourcen zu schonen. Kunststoffe werden bei PreZero bereits erfolgreich entlang des eigenen Wertstoffstroms recycelt. Das mechanische Recycling von Kunststoffen ist hier der ökonomisch und ökologisch sinnvollste Ansatz, den wir mit modernsten Sortiertechniken noch weiter ausbauen wollen“, sagt Dietmar Böhm, Geschäftsführer von PreZero.

Da es beim mechanischen Recycling bislang nur sehr eingeschränkt möglich sei, aus recycelten Lebensmittelverpackungen wieder neue herzustellen, befasse sich PreZero im Rahmen eines Pilotprojektes auch mit dem chemischen Recycling. Die Schwarz-Gruppe sei damit das erste Handelsunternehmen in Deutschland, das Verpackungsmaterialien einsetzt, die mit chemischem Recycling hergestellt werden.

„Um neben dem erfolgreichen mechanischen Recycling auch das chemische Recycling besser kennenzulernen und zu verstehen, haben wir gemeinsam mit dem Projektpartner Sabic einen ersten Piloten initiiert,“ sagt Dietmar Böhm. „Sabic hat schon vor über einem Jahr mit den chemisch recycelten Produkten aus dem Trucircle-Portfolio einen großen Schritt vorwärts gemacht, um den Abfallkreislauf der Kunststoffe zu schließen“, sagt Stephan Eltink, Direktor Polyethylen Europa bei Sabic. Beim chemischen Recycling von gemischten Kunststoffabfällen würden die Altkunststoffe, insbesondere Verbundkunststoffe und Verpackungsabfälle, die anderenfalls lediglich energetisch verwertet werden könnten, in einem Hochtemperaturverfahren in Pyrolyseöl umgewandelt. Dieses werde dann wie die fossilen Rohstoffe am Beginn der chemischen Produktionskette eingesetzt. Die hohen Qualitäts- und Hygieneanforderungen an Lebensmittelverpackungen würden mit diesen Produkten erfüllt.

Als Endprodukt sollen im Rahmen dieses Pilotprojektes Verpackungen für Karotten hergestellt werden. Die Karottenbeutel sollen zum Jahresende in einigen Lidl- und Kaufland-Filialen im Bundesgebiet eingesetzt werden. Sie würden sich nach Gebrauch mechanisch recyceln lassen. Das für die Verpackung eingesetzte Material sei ISCC-zertifiziert (Nachhaltigkeitszertifizierungssystem für Rohstoffe und Märkte).

Kommentar schreiben

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.