Österreich: Hälfte der verkauften Batterien verschwindet

Laut einer Studie im Auftrag des VOEB entsorgen nur 56 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ihre Batterien und Akkus fachgerecht.
Sammelquote
Tim Reckmann, pixelio.de

Jedes Jahr werden in Österreich 4.000 Tonnen Batterien verkauft, jedoch nur die Hälfte davon fachgerecht entsorgt. Anlässlich des Tages der Batterie am 18. Februar hat der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) in einer repräsentativen Studie nach dem Wissen der Österreicherinnen und Österreicher rund um die Batterie und ihre fachgerechte Handhabe gefragt. Das Ergebnis: Die richtige Entsorgung von Batterien ist zwar der Mehrheit der Befragten ein wichtiges Anliegen, gleichzeitig aber weiß ein Drittel nicht, wo sich die nächste Sammelstelle für Batterien befindet. Mehr als ein Drittel der Österreicher hat schon einmal alte Batterien im Restmüll entsorgt. „Es herrscht großer Aufklärungsbedarf“, warnt Hans Roth, Präsident des VOEB.
Bei einem Blick auf die Detailergebnisse der Studie zeigen sich eklatante Unterschiede zwischen den Einstellungen der jüngeren und älteren Befragten: So ist die fachgerechte Entsorgung vor allem der Generation über 50 Jahren ein wichtiges Anliegen (69%; unter 30: 40%). Immerhin 81 Prozent dieser Altersgruppe weiß auch, wo sich die nächste Sammelstelle für Batterien befindet (unter 30: 47%) und 66 Prozent ist die Verpflichtung des Handels, alte beziehungsweise leere Batterien zurück zu nehmen, bekannt (unter 30: 30%).

Dass die Wichtigkeit einer fachgerechten Entsorgung von Batterien und Akkus nicht unterschätzt werden darf, kann auch Roth nur betonen. „Batterien und Akkus enthalten wichtige Rohstoffe, die nur im Fall einer fachgerechten Entsorgung wiederverwertet werden können.“ Dies sei nicht nur ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll, sondern trage auch zur Vermeidung von Gefahren bei, die von Batterien ausgehen können. „Das Ergebnis ist daher ein klarer Auftrag an Industrie und Politik, sich hier für mehr Aufklärung und Bewusstseinsbildung einzusetzen“, so Roth.

Obwohl Lithium-Batterien kaum aus dem Alltag wegzudenken sind, scheint auch hier das Wissen über jene Batterien und Akkus, die unter anderem in Handys und Laptops stecken, noch ausbaufähig. Lediglich 44 Prozent aller Befragten weiß um die richtige Lagerung von Lithium-Batterien, so zum Beispiel, dass diese keinen hohen Temperaturen oder Feuchtigkeit ausgesetzt werden dürfen. Der Grund dafür liegt in der hohen Energiedichte, die bei falscher Lagerung zu Kurzschlüssen und in weiterer Folge zur Selbstentzündung führen kann. Diese Gefahr ist allerdings nur 32 Prozent aller und sogar nur 22 Prozent der Befragten unter 20 Jahren bewusst. Besonders verheerend ist dabei, dass ebenfalls nur eine Minderheit der Befragten weiß, dass Lithium-Batterien und Akkus auch in Kinderspielzeug enthalten sein können (26 %).

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