Anzeige

FEVE fordert industriepolitische Sofortmaßnahmen

Der Europäische Verband der Behälterglasindustrie (FEVE) hat beim Europäischen Industriegipfel in Antwerpen politische Maßnahmen zur Stabilisierung der industriellen Basis in der Europäischen Union gefordert. FEVE-Präsident Michel Giannuzzi, zugleich Vorsitzender des Unternehmens Verallia, unterstützte den sogenannten Antwerpener Appell und verwies auf den zunehmenden Handlungsdruck für energieintensive Industrien.
FEVE fordert industriepolitische Sofortmaßnahmen
Copyright: Erstellt mit ChatGPT
Anzeige

Die Behälterglasindustrie ist mit mehr als 140 Produktionsstandorten in 21 EU-Mitgliedstaaten vertreten. Sie beliefert zentrale Abnehmerbranchen wie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die Parfüm-, Kosmetik- und Pharmaindustrie mit Verpackungslösungen. Glasverpackungen sind wiederverwendbar und ohne Qualitätsverlust recycelbar. In Glas verpackte Produkte tragen nach Branchenangaben jährlich rund 140 Milliarden Euro zu den Exporten der Europäischen Union bei und sind damit ein relevanter Bestandteil der europäischen Wertschöpfungsketten.

Nach Angaben des Verbandes steht die Branche unter erheblichem strukturellem Druck. Hohe Energiepreise, steigende CO₂-Kosten im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems sowie ein angespanntes internationales Handelsumfeld beeinträchtigen die Wettbewerbsfähigkeit. Die Produktion von Behälterglas liegt unter dem Niveau des Jahres 2022. In mehreren Mitgliedstaaten wurden Anlagen stillgelegt oder Produktionskapazitäten reduziert. Damit gehen industrielle Kapazitäten und qualifizierte Arbeitsplätze verloren.

Vor diesem Hintergrund verweist FEVE auf die geplante Aktualisierung der Benchmarks im EU-Emissionshandel im Jahr 2026. Nach Einschätzung der Industrie könnten sich die CO₂-bezogenen Kosten für einzelne Unternehmen zwischen 2025 und 2026 deutlich erhöhen. Der Verband sieht darin ein Risiko für Investitionen in Dekarbonisierungstechnologien und fordert Maßnahmen zur Begrenzung abrupter Kostensteigerungen bei gleichzeitiger Einhaltung der europäischen Klimaziele.

Im Zusammenhang mit der Antwerpener Erklärung fordert der Verband eine Senkung der energie- und CO₂-bedingten Belastungen sowie eine Überprüfung regulatorischer Vorgaben mit Blick auf ihre Wettbewerbswirkungen. Ziele der Kreislaufwirtschaft sollten aus Sicht der Industrie so ausgestaltet werden, dass sie ökologische Anforderungen mit industrieller Leistungsfähigkeit in Einklang bringen. Darüber hinaus spricht sich FEVE für Maßnahmen gegen unlauteren Wettbewerb im internationalen Handel aus, einschließlich Instrumenten zum Schutz vor Carbon Leakage. Schließlich fordert der Verband marktbasierte Anreize zur Stärkung der Nachfrage nach in Europa produzierten, kreislauffähigen Verpackungslösungen.

Nach Einschätzung des Verbandes sind verlässliche energie- und klimapolitische Rahmenbedingungen eine Voraussetzung dafür, dass die europäische Behälterglasindustrie ihre Rolle in der Kreislaufwirtschaft und in industriellen Wertschöpfungsketten langfristig sichern kann.

Quelle: FEVE
Lesen, was die Branche bewegt
Newsletter
Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie einmal wöchentlich den RECYCLING magazin Newsletter.
Registrieren
Ich bin damit einverstanden, dass die DETAIL Architecture GmbH mir regelmäßig individualisierte spannende Neuigkeiten und Veranstaltungen per E-Mail zusendet. Die Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt entsprechend den Bestimmungen in der Datenschutzerklärung. Ich kann meine Einwilligung gegenüber der DETAIL Architecture GmbH jederzeit widerrufen.
close-link