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Verbundprojekt zu halogenfreien Flammschutzsystemen

Halogenfreie Flammschutzmittel können auch im Recyclingkreislauf technisch eingesetzt werden. Ergebnisse aus mehr als zehn Jahren gemeinsamer Forschungsarbeit des Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF und der Pinfa zeigen, dass entsprechende Flammschutzsysteme in anspruchsvollen Anwendungen einsetzbar bleiben und regulatorische Anforderungen erfüllen.
Verbundprojekt zu halogenfreien Flammschutzsystemen
Das Projekt »hffr-Up2Cycle« will Unternehmen dabei zu unterstützen, sich auf zukünftige Produkt- und Rezyklat-Quoten vorzubereiten und eigene Materialkreisläufe zu etablieren. Copyright: Fraunhofer LBF, Ursula Raapke
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Gleichzeitig bestehen weiterhin Wissens- und Datenlücken entlang der Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund hat das Fraunhofer LBF das Verbundprojekt „Geschlossene Kreisläufe flammgeschützter Kunststoffe“ initiiert. Unternehmen aus den Bereichen Rohstoff- und Flammschutzmittelproduktion, Recycling, Compoundierung sowie Anwenderindustrien können sich an dem Projekt beteiligen.

Der Ausbau der Kreislaufwirtschaft ist eng mit steigenden Anforderungen an Rezyklatanteile verbunden. Gleichzeitig sehen sich Recycler in Europa derzeit mit schwierigen Marktbedingungen konfrontiert. Halogenfrei flammgeschützte Kunststoffe gelten in diesem Kontext als potenziell geeignete Werkstoffe für hochwertige Materialkreisläufe.

Im Rahmen eines Webinars der Branchenplattform Pinfa stellten Forschende des Fraunhofer LBF Ergebnisse aus einer langjährigen Zusammenarbeit vor. An den Untersuchungen waren neben pinfa-Mitgliedsunternehmen auch Compoundeure, Recycler und industrielle Anwender beteiligt. Die Studien zeigen, dass die Flammschutzwirkung der untersuchten Kunststoffe auch nach mechanischem Recycling erhalten bleiben kann.

Simulierte Recyclingprozesse zeigen, dass neun von zehn untersuchten Formulierungen nach fünf Recyclingzyklen weiterhin eine ausreichende Flammschutzleistung aufweisen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass halogenfreie Flammschutzmittel in vielen Fällen eine stabile Materialfunktion ermöglichen.

Die Untersuchungen zeigen zudem, dass der Einsatz von Rezyklaten in höherwertigen Anwendungen grundsätzlich möglich ist. Voraussetzung ist jedoch eine ausreichende Qualität der Rezyklate. Dazu gehören eine gezielte Charakterisierung der Materialeigenschaften sowie geeignete Re-Additivierungskonzepte, um die Wirksamkeit des Flammschutzsystems und die thermische Langzeitstabilität sicherzustellen.

Das Fraunhofer LBF stellt hierfür eine Forschungsplattform bereit, die Analyse, Materialformulierung, Verarbeitung, Prüftechnik sowie Langzeit- und Recyclingstudien umfasst. Ziel ist es, technische Entwicklungen mit regulatorischen Anforderungen und Marktbedingungen zu verbinden.

Das Verbundprojekt „Geschlossene Kreisläufe flammgeschützter Kunststoffe“ soll Strategien für Closed-Loop-Recycling entwickeln. Die Initiative richtet sich an Unternehmen aus verschiedenen Industriezweigen, die sich auf zukünftige Anforderungen an Produktgestaltung und Rezyklatquoten vorbereiten und eigene Materialkreisläufe aufbauen möchten.

Quelle: Fraunhofer LBF
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