Jährlich werden mehrere hundert Millionen Lithium-Ionen-Akkus nach Deutschland importiert – Tendenz weiter steigend. Sie stecken längst nicht mehr nur in Smartphones oder Werkzeugen, sondern auch in Alltags- und Wegwerfprodukten wie Grußkarten, Spielzeugen oder Einweg-E-Zigaretten. Vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist dabei nicht bewusst, dass sich Lithium-Akkus bei Beschädigung oder Druck blitzschnell selbst entzünden können. Brände in Abfallsammelfahrzeugen, Recyclinganlagen und Wertstoffhöfen nehmen seit Jahren deutlich zu und verursachen Millionenschäden.
VBS-Präsident Stefan Böhme erklärt: „Falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus sind zum größten Brandrisiko in der Abfallwirtschaft geworden. Sie gefährden unsere Beschäftigten, zerstören Anlagen und belasten letztlich auch die Gebührenzahler. Dabei ist die richtige Entsorgung einfach möglich – über Rücknahmesysteme im Handel oder die kommunalen Wertstoffhöfe. Dieses Wissen muss aber endlich bei allen ankommen.“ Der VBS erneuert daher seine Forderung nach einem Pfand auf Lithium-Akkus. Dies könne aus Sicht des Verbandes ein wirksames Instrument sein, um Verbraucher zur Rückgabe zu motivieren und Brände wirksam zu reduzieren.
Zugleich begrüßt der VBS die aktuelle politische Debatte über besonders problematische Produkte. Dass Bundesumweltminister Carsten Schneider inzwischen ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten fordert ist, ein erster Schritt, dem aber noch weitere folgen müssen. Böhme dazu: „Einweg-E-Vapes sind aus Entsorgungssicht ein Paradebeispiel für unsinnige und gefährliche Wegwerfprodukte. Sie enthalten Lithium-Akkus, werden häufig achtlos weggeworfen und stellen ein enormes Brandrisiko dar. Wir begrüßen die Forderung des Bundesumweltministers für ein Verbot von Einweg-E-Vapes zum Schutz der kritischen Infrastruktur, zu der auch viele unserer Anlagen zählen.“
Der VBS fordert eine ehrliche gesellschaftliche und politische Diskussion über Produkte ohne echten Mehrwert, die jedoch erhebliche Risiken verursachen – darunter Einweg-E-Zigaretten, blinkende Kinderschuhe oder musikalische Grußkarten. „Die Politik hat bewiesen, dass sie konsequent handeln kann, etwa bei Tüten, Strohhalmen und Wattestäbchen aus Plastik. Diese Konsequenz brauchen wir aber erst recht bei batteriehaltigen Ramschprodukten, die unsere Entsorgungsstrukturen gefährden und Brände verursachen“, so Böhme abschließend.
Zum Tag der Batterie appelliert der VBS daher erneut an Verbraucherinnen und Verbraucher: Batterien und Akkus gehören niemals in den Hausmüll – sondern zurück in den Handel oder zum Wertstoffhof. Nur so lassen sich Brände verhindern und wertvolle Rohstoffe sichern.







