Stahlproduktion legt zu, Schrottpreise stagnieren

Laut der Deutschen Industriebank (IKB) expandierte die Weltrohstahlproduktion bis Ende Oktober 2018 um 4,7 %.

Das Produktionsniveau in Europa habe stagniert, während es in Nordamerika etwas schwächer ausgeprägt gewesen sei. Die IKB rechnet für 2018 mit einem Anstieg von 3%, was aufgrund des starken Wachstums 2017 und des Basiseffekts in China beachtlich sei. In Deutschland wird eine Tonnage bis 44 Millionen Tonnen erwartet.

In der Türkei habe sich der starke Zuwachs vom Jahresanfang infolge der innen- und geopolitischen Effekte auf unter 1 % reduziert. Der Absatz im Inland habe unter einer temporären Force Majeuere zweier wichtiger Produzenten gelitten. Verlagerungen von Lieferungen, die ursprünglich für den US-Markt bestimmt waren, stellten ein Absatzrisiko dar. Derzeit bestünden erhebliche Logistikprobleme für die Belieferung mit Vormaterial wie auch die Abgabe an die Endkunden.

Im Durchschnitt des November 2018 seien die Schrottpreise um 5 bis 10 €/t angezogen. Je nach Sorte sowie Region habe es kleine Abweichungen nach oben und unten gegeben. Die türkischen Abnehmer hätten ihre Importpreise ebenfalls entsprechend anheben müssen. Die festeren Schrottmärkte in Übersee und Europa hätten keine Abkoppelung zugelassen. Insbesondere auf dem deutschen Markt seien die gestiegenen Transportkosten u. a. wegen der niedrigen Wasserstände auf den Binnenschiffrouten, eine Belastung. Dies habe schon zu temporären Stilllegungen von Öfen sowohl auf der Schrott- als auch der Hochofenroute geführt. Insgesamt dürfte es auch die Ertragslage deutlich belasten. Die Eisenerz-Spotpreise hätten um gut 3 US-$/t angezogen. Bis Ende des Jahres dürften die Schrottpreise seitwärts gehen, spätestens im Februar seimit anziehenden Notierungen zu rechnen.

Die Spotmarktpreise für Eisenerz frei China habe sich im Monatsmittel des November 2018 um gut 3 US-$ je t erhöht, wohingegen die Kokskohlenotierungen seitwärts tendiert hätten. Die europäischen Rohstahlpreise hätten sich divergierend entwickelt: Während die Preise für Warmbreitband im Durchschnitt um 9 €/t nachgegeben hätten, hätten sich Verzinkte Bleche infolge des gesunkenen Zinkpreises um 3,5 % verbilligt. Walzdraht habe dagegen um 1 €/t zugelegt. Bei den europäischen Stahlpreisen erwarten die IKB eineleichtes Absinken im ersten Quartal 2019, falls sich die Logistiksituation verbessert. Der saisonübliche Rückgang des Baustahlabsatzes dürfte zu einem stärkeren Rückgang der Walzdrahtpreise führen. Infolge der US-Einfuhrzölle auf Stahl für ausländische Lieferungen geht die IKB weiter davon, dass die Türkei und Russland versuchen werden, ihre Lieferungen nach Europa auszuweiten. Ob die von der EU ergriffenen Schutzmaßnahmen insgesamt ausreichen, müsse abgewartet werden.

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