EEG 2016: Verbände fordern Übergangslösung für Altholzkraftwerke

Zur anstehenden parlamentarischen Debatte zur EEG-Novelle 2016 fordern BAV, bvse und VHI eine Übergangsregelung für die 80 Altholzanlagen.
lichtkunst.73, pixelio.de
Bild: lichtkunst.73, pixelio.de

Die Verbände kritisieren eigenen Angaben zufolge die fehlende Regelung für Altholzkraftwerke, die zu massiven Marktverwerfungen führen werde. Die Entscheidung, die bundesdeutschen Altholzkraftwerke nicht geordnet aus der EEG-Förderung zu entlassen, koste nach Berechnungen des BAV rund 4,5 Milliarden Euro. Ein geregelter Austritt könne mit deutlich weniger als einer Milliarde Euro vollzogen werden.

Der gesetzliche Auftrag zur Entsorgung der Altholzmengen, die keiner stofflichen Nutzung zugeführt werden können, sei nach dem Wegfall der Kraftwerkskapazitäten ungewiss. Der ungeordnete Austritt aus der EEG-Förderung verursache erhebliche Marktturbulenzen und führe zu Mehrkosten. Hierdurch sei das ausbalancierte System der Altholzsammlung, Aufbereitung und der thermischen Verwertung massiv bedroht.

Das von den Verbänden präferierte Marktintegrationsmodell für Altholzkraftwerke sieht eine Überbrückungsphase von 2020 bis 2026 aus dem EEG vor. Mit einer degressiv ausgestalteten Übergangsförderung werden die rund 80 Altholzkraftwerke vor dem Schlimmsten bewahrt, heißt es vonseiten der Verbände. Muster für das Marktintegrationsmodell für Altholzanlagen ist die bereits im EEG 2016 gefundene Lösung für die Schwarzlauge, welche ebenfalls eine Übergangslösung für einen geordneten Marktaustritt vorsieht.

In den kommenden Wochen berät der Deutsche Bundestag über den Entwurf zur EEG-Novelle. Die Verbände BAV, bvse und VHI fordern, neben der Schwarzlauge dringend auch ein Marktintegrationsmodell für Altholzanlagen in den Gesetzentwurf aufzunehmen. Ohne Altholzkraftwerke droht Deutschland ein gewaltiges Entsorgungsproblem für nicht stofflich nutzbares Altholz. Müllverbrennungsanlagen, Ersatzbrennstoffkraftwerke, Mitverbrennung und Altholzexporte seien keine tragfähigen Entsorgungsalternativen. „Es ist fünf vor 12, um dieser Entwicklung entgegenzutreten, bevor eine funktionierende Entsorgungsbranche zu Grabe getragen wird“, mahnen die Verbände.

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